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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Samstag, 22. April 2017

Samstags-Update (16/2017)

Im deutschen Kinostartplan bis Ende Juni gibt es nur kleinere Änderungen, neu in der zweiten Junihälfte sind das 2Pac-Biopic "All Eyez On Me" und der "Fast & Furious"-Klon "Overdrive":


Box Office-News:
An einem Wochenende zwischen zwei todsicheren Blockbusterstarts (letzte Woche "Fast & Furious 8", kommenden Donnerstag "Guardians of the Galaxy 2") tut sich erwartungsgemäß nicht allzu viel: "Fast & Furious 8" bleibt mit bis zu 600.000 Zuschauern klar an der Spitze der Charts, dahinter ordnen sich dank Osterferien die Kinderfilme "Boss Baby" und "Die Schlümpfe 3" mit jeweils deutlich über 200.000 Besuchern ein. Der beste Neuzugang ist auf Platz 5 mit gerade eben sechsstelligen Zuschauerzahlen Til Schweigers "Conni & Co 2", der damit genau auf dem Niveau des letztjährigen Vorgängers eröffnet. Von den übrigen Neustarts wird wohl keiner über 50.000 Kinogänger einsammeln können, die besten Chancen hat der Horrorfilm "The Bye Bye Man", der den siebten Rang erreichen dürfte.
Ähnliches Bild in den USA, wo "Fast & Furious 8" mit mehr als $35 Mio. die Führung verteidigt, was allerdings ein etwas heftigerer Absturz im Vergleich zum Startergebnis wäre als erwartet. Dahinter hält sich wie seit Wochen das Duo "Boss Baby" und "Die Schöne und das Biest" mit noch knapp zweistelligen Millionenwerten. Von den Neustarts wird voraussichtlich keiner die $5 Mio.-Marke knacken: Die Naturdoku "Born in China", der $90 Mio. teure Historienfilm "The Promise" mit Christian Bale und Oscar Isaac sowie der Thriller "Unforgettable" mit Katherine Heigl und Rosario Dawson bewegen sich mit einigen älteren Filmen allesamt auf dem gleichen dürftigen Niveau von $4-5 Mio. und werden sich damit irgendwo zwischen den Plätzen 4 und 9 einreihen. In Deutschland läuft "Unforgettable" am kommenden Donnerstag an, "The Promise" folgt erst am 17. August; "Born in China" hat noch keinen Starttermin.

Quellen:

Donnerstag, 20. April 2017

MOONLIGHT (2016)

Regie und Drehbuch: Barry Jenkins, Musik: Nicholas Britell
Darsteller: Alex R. Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes, Naomie Harris, Mahershala Ali, Janelle Monáe, Jaden Piner, Jharrel Jerome, André Holland, Patrick Decile
 Moonlight
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 98% (9,0); weltweites Einspielergebnis: $52,9 Mio.
FSK: 12, Dauer: 111 Minuten.
Miami in den 1980er Jahren: Der neunjährige Afroamerikaner Chiron (Alex Hibbert) hat es nicht leicht, denn seine alleinerziehende Mutter Paula (Naomie Harris, "Skyfall") ist cracksüchtig und er selbst ist in der Schule ein Außenseiter, da er schmächtig ist und nicht mehr als nötig redet. Ausgerechnet in dem kubanischstämmigen Drogendealer Juan (Mahershala Ali, "Die Tribute von Panem: Mockingjay"), der beobachtet, wie "Little" – so Chirons Spitzname – von mehreren Jungs gejagt wird, findet er einen unerwarteten Freund. Bei Juan und seiner Freundin Teresa (Janelle Monáe, "Hidden Figures") kann Little fortan auch übernachten, wenn seine Mutter – die ihre Drogen ironischerweise bei Juans Leuten kauft – wieder mal indisponiert ist. Sieben Jahre später hat sich – obwohl er deutlich in die Höhe geschossen ist – an Chirons (Ashton Sanders) Außenseiterstatus nicht viel geändert, in Kevin (Jharrel Jerome) hat er nur einen Freund, dafür wird er von Großmaul Terrel (Patrick Decile) und dessen Freunden noch stärker schikaniert als früher. Daß Chiron tiefere Gefühle für Kevin entwickelt, macht seine gesellschaftliche Position im Mikrokosmos Highschool nicht einfacher …

Dienstag, 18. April 2017

VICTORIA (TV-Serie, 2016, 1. Staffel)

Regie: Oliver Blackburn, Tom Vaughan und Sandra Goldbacher, Drehbuch: Daisy Goodwin und A.N. Wilson, Musik: Martin Phipps und Ruth Barrett
Darsteller: Jenna Coleman, Tom Hughes, Rufus Sewell, Catherine Flemming, Adrian Schiller, Daniela Holtz, Eve Myles, Ferdinand Kingsley, Nell Hudson, Nigel Lindsay, Margaret Clunie, David Oakes, Peter Firth, Alex Jennings, Paul Rhys, Anna Wilson-Jones, Peter Bowles, Basil Eidenbenz, David Bamber
 Victoria
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 81% (6,8); FSK: 12, Dauer: 348 Minuten.
Großbritannien im Sommer 1837: Als König William IV. ohne regulären Thronerben stirbt, fällt die Königswürde seiner 18 Jahre alten Nichte Victoria (Jenna Coleman, TV-Serie "Doctor Who") zu. Die aus dem Haus Hannover stammende neue Königin ist durchaus froh, auf diese Weise endlich der strengen Erziehung durch ihre Mutter (Catherine Flemming, "Hunger – Sehnsucht nach Liebe") zu entkommen, die Victoria seit ihrer Geburt auf eine mögliche Thronbesteigung vorbereitete, dabei aber zu wenig Wert darauf legte, ihre Tochter alltagstauglich zu machen. Bei aller peniblen Vorbereitung ist Victoria natürlich komplett unerfahren, was ihr Selbstbewußtsein zwar kaum schmälert, sie jedoch gerade deswegen auch zu einigen schweren Fehlern verleitet. Zum Glück gibt es den verwitweten Lord Melbourne (Rufus Sewell, "Hercules"), der zunächst zwar unwillig ist, das Amt des Premierministers auch unter der neuen Königin zu bekleiden, dann aber schnell eine innige Freundschaft zu der jungen Monarchin aufbaut und ihr als nahezu unverzichtbarer Berater und Mentor dient. Ihre Beziehung sorgt jedoch schnell für Neider und böse Gerüchte, zumal Victoria von allen Seiten bedrängt wird, schnellstmöglich standesgemäß zu heiraten und einen Thronerben in die Welt zu setzen. Lord Melbourne kommt dafür nicht in Frage, stattdessen gibt es drei geeignete Kandidaten: den charmanten russischen Großfürsten (Daniel Donskoy), Prinz George (Nicholas Agnew, "Kingsman: The Secret Service") den Sohn des machtbewußten Herzogs von Cumberland (Peter Firth, TV-Serie "Spooks") sowie Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (Tom Hughes, "Alles eine Frage der Zeit"), ein Neffe des belgischen Königs Leopold (Alex Jennings, "Die Queen") …

Sonntag, 16. April 2017

TV-Tips für die Woche 16/2017

Ostermontag, 17. April:
Tele 5, 20.15 Uhr: "Dune - Der Wüstenplanet" (1984)
Erst kürzlich wurde bekannt, daß der kanadische "Sicario"-Regisseur Denis Villeneuve, dessen mit Spannung erwartete "Blade Runner"-Fortsetzung im Oktober in unsere Kinos kommt, eine Neuverfilmung der legendären "Dune"-Science Fiction-Buchreihe von Frank Herbert realisieren soll. Die bislang bekannteste Adaption ist jene, die David Lynch 1984 drehte und die damals für viel Wirbel sorgte. Seine Version der Geschichte eines intrigenreichen Machtkampfs auf einem außerirdischen Wüstenplaneten sollte knapp drei Stunden dauern, wurde allerdings vor dem Kinostart von den Produzenten auf zwei Stunden zusammengeschnitten. Das Resultat wirkte dementsprechend unrund und angesichts der vielen Handlungsstränge gehetzt, was zu einer überwiegend negativen Aufnahme durch die Kritiker führte. Seinen unbestreitbaren inhaltlichen Mängeln zum Trotz gewann Lynchs "Dune" über die Jahre eine immer größere Anhängerschaft (zu der auch ich mich zähle), was vor allem der surrealistisch anmutenden Atmosphäre und dem unnachahmlichen visuellen Stil zu verdanken ist, aber auch der markanten Besetzung mit Kyle MacLachlan in der Hauptrolle des Paul Atreides, Jürgen Prochnow, Francesca Annis, Sting, Patrick Stewart, Brad Dourif, Virginia Madsen, Max von Sydow, Sean Young und Linda Hunt.

RTL, 20.15 Uhr: "Maleficent - Die dunkle Fee" (2014)
Free-TV-Premiere des erfolgreichen Disney-Märchenfilms, der den hier kongenial von Angelina Jolie verkörperten Bösewicht aus dem Zeichentrickklassiker "Dornröschen" in einem teuren Realfilm zum Leben erweckt. Eine Fortsetzung steht übrigens immer noch im Raum.

Arte, 22.40 Uhr: "Der Major und das Mädchen" (1942)
Heutzutage dürfte eine solche Story keine Chance haben, verfilmt zu werden (zumindest nicht im Mainstream-Bereich), vor 75 Jahren machte die Regielegende Billy Wilder eine vergnügliche romantische Komödie daraus: Eine junge Frau namens Susan (Ginger Rogers) hat wie so viele andere versucht, in New York ihr Glück zu finden, doch nachdem sie mehrere Jobs schnell wieder verloren hat, will sie zerknirscht zurück in die ländliche Heimat. Da in der Zwischenzeit die Zugfahrpreise erhöht wurden, hat sie allerdings gerade noch genügend Geld für eine Kinder-Fahrkarte. So verkleidet sie sich als 12-Jährige und kommt im Abteil des netten Offiziers Philip (Ray Milland) unter, der die "arme Kleine" kurzerhand unter seine Fittiche nimmt ...

Außerdem:
Moonrise Kingdom (die grandios phantasiereiche Coming of Age-Komödie voller wahnwitziger Skurrilität ist einer der besten Filme von Wes Anderson; 13.10 Uhr und 0.20 Uhr bei Servus TV)
7 Zwerge - Männer allein im Wald (die klamaukige Comedy-Version von Schneewittchen mit Otto Waalkes als Zwerg, Nina Hagen als böser Königin und ihrer Tochter Cosma Shiva Hagen als Schneewittchen; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)
Der unglaubliche Hulk (Edward Nortons einziger Auftritt als grüner Wüterich ist solide geraten, erreicht aber nicht ganz das - erfreulich hohe - durchschnittliche Niveau des Marvel Cinematic Universe; 22.00 Uhr bei VOX)
Agora - Die Säulen des Himmels (ein aufwühlendes spanisches Historiendrama über eine von Rachel Weisz birllant verkörperte Wissenschaftlerin im altertümlichen, noch von den Römern beherrschten Alexandria, die mitten in den sich zuspitzenden Glaubenskrieg zwischen Juden, Christen und "Heiden" gerät; 0.15 Uhr bei 3sat)

Samstag, 15. April 2017

Samstags-Update (15/2017)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Juni:


Box Office-News:
"Fast & Furious 8" nutzt das Osterwochenende für den mit etwa 1,3 Millionen Zuschauern mit Abstand besten Kinostart des Jahres in Deutschland (bisher: "Die Schöne und das Biest" mit 865.000). Das sind zwar rund 300.000 weniger als bei dem ebenfalls zu Ostern angelaufenen Vorgänger, der wurde allerdings durch den Abschied vom früh verstorbenen Hauptdarsteller Paul Walker deutlich gepusht - Grund zur Beschwerde haben die Produzenten über dieses Ergebnis sicherlich nicht. Mit mehr als einer Million Besuchern Abstand rangeln die seit Wochen nah beinanderliegenden "Die Schöne und das Biest" und "Boss Baby" mit jeweils ungefähr 200.000 Kinogängern um die Plätze 2 und 3. Die US-Komödie "Abgang mit Stil" mit Michael Caine und Morgan Freeman legt mit voraussichtlich knapp 100.000 Zuschauern einen ordentlichen Auftakt auf Platz 5 hin, während die Tragikomödie "Zu guter Letzt" mit Shirley MacLaine und Amanda Seyfried auf etwa halb so viele Besucher und Platz 7 abzielt.
Auch in den USA übernimmt "Fast & Furious 8" selbstverständlich locker die Spitze, bleibt mit rund $100 Mio. aber deutlicher hinter dem Ergebnis des siebten Teils ($147,1 Mio.) zurück als in Deutschland. Angesichts eines Rekordstarts in China sorgt das aber kaum für Sorgenfalten, denn dort wird der Film am Startwochenende bis zu $200 Mio. einspielen! Zurück in die USA, wo es auf den weiteren Plätzen bekannte Namen zu finden gibt: "Boss Baby" kommt mit etwas über $15 Mio. auf Platz 2, "Die Schöne und das Biest" mit etwas weniger auf die 3. Angesichts der übermächtigen F&F-Konkurrenz gab es diese Woche keine weiteren breiten Neustarts.

Quellen:

Donnerstag, 13. April 2017

KINOVORSCHAU SOMMER 2017 (Teil 1)

Letztes Update vom 22. April: Die französische Komödie "Mein neues bestes Stück" wurde um eine Woche auf den 8. Juni vorgezogen. Neu sind 15. Juni das 2Pac-Biopic "All Eyez On Me" und am 29. Juni der Action-Thriller "Overdrive".

Auch wenn uns die ersten Vorboten der Kino-Sommersaison bereits im Frühjahr erreicht haben ("Fast & Furious 8", "Guardians of the Galaxy 2"), kommt die große Wucht der sündteuren Blockbuster-Schwemme traditionell erst ab Mai auf uns zu; doch auch für Anhänger inhaltlich anspruchsvollerer Filmkunst sollte es ausreichend Stoff geben. Die vielversprechendsten und/ oder erfolgverheißendsten Werke habe ich in meiner großen Vorschau zusammengetragen, alle deutschen Kinostarts gibt es wie immer im Startplan von InsideKino. Und damit in medias res:

4. Mai:
"Get Out":
Vollkommen überraschend avancierte die wendungsreiche Horrorkomödie, die ein wenig andere Wege geht als man das aus dem Genre gewohnt ist, in den USA zu einem der erfolgreichsten Horrorfilme aller Zeiten (und mit voraussichtlich über $170 Mio. alleine in den USA bei einem Budget von gerade mal $4,5 Mio. ist sie bereits einer der profitabelsten Filme der Geschichte!). Das Regiedebüt des in den Vereinigten Staaten populären Komikers und Schauspielers Jordan Peele (Serienfans u.a. bekannt aus der ersten Staffel von "Fargo") befaßt sich auf hintersinnige und satirische Art und Weise mit den zunehmenden Rassenspannungen in den USA, die sich nach der Trump-Wahl kaum verringern werden. Interessanterweise geht es in "Get Out" jedoch nicht zum x-ten Mal um irgendwelche Rednecks, die den Protagonisten an den Kragen gehen, stattdessen nimmt Peele gekonnt die aufgeschlossenen weißen Liberalen aufs Korn, die, wenn es darauf ankommt, manchmal doch nicht ganz so liberal und tolerant sind, wie sie es selber glauben und die mit ihrem betont zuvorkommenden Verhalten eher für zusätzliches Unbehagen sorgen. Demonstriert wird das anhand der jungen Rose ("Girls"-Star Allison Williams), die ihren schwarzen Freund Chris (Daniel Kaluuya aus "Sicario") ihrer auf dem Land lebenden Familie vorstellt – die zu dessen Überraschung von Chris auf Anhieb begeistert ist. Möglicherweise ein kleines bißchen zu begeistert? Apropos begeistert: Bei Rotten Tomatoes gibt es bis dato 229 positive Kritiken bei nur einer einzigen negativen (und die stammt von einem Rezensenten, den aufgrund zahlloser haarsträubender Kritiken kaum jemand ernstnimmt)!

"Sieben Minuten nach Mitternacht":
Bevor der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona ("The Impossible") mit "Jurassic World 2" erstmals einen großen Hollywood-Blockbuster inszeniert, präsentiert er mit dieser im Original "A Monster Calls" betitelten Jugendbuchverfilmung eine ungewöhnliche, düstere Mutter-Tochter-Geschichte mit Fantasy-Einschlag, die von den ziemlich beeindruckten Kritikern mit den frühen Werken eines Steven Spielberg (wie "E.T.") verglichen wird. Lewis MacDougall verkörpert den 12-jährigen Conor, der an der Schule Außenseiter ist und mit der schweren Erkrankung seiner alleinerziehenden Mutter (Felicity Jones, "Rogue One: A Star Wars Story") klarkommen muß. Kein Wunder, daß er von heftigen Alpträumen geplagt wird. Doch einer dieser Alpträume wird Realität, als eines Nachts ein vermeintliches Monster (in der Originalfassung gesprochen von Liam Neeson) vor seinem Fenster auftaucht, das Conor seltsame Geschichten erzählt …

"Regeln spielen keine Rolle":
15 Jahre nach seinem letzten Auftritt als Schauspieler und sogar 18 Jahre nach seiner letzten Regiearbeit (jeweils abgesehen von einem TV-Kurzfilm aus dem Jahr 2010) meldet sich der ehemalige Superstar und OSCAR-Gewinner Warren Beatty ("Bonnie und Clyde", "Reds", "Dick Tracy") im Alter von 79 Jahren noch ein (letztes?) Mal zurück. Nach jahrelangen Verzögerungen konnte er endlich sein Wunschprojekt über den geheimnisumwitterten Milliardär und Erfinder Howard Hughes (dem bereits Martin Scorsese in "Aviator" ein preisgekröntes Denkmal schuf) realisieren, dessen Rolle er dann auch gleich übernahm. Dabei handelt es sich aber nicht um ein klassisches Biopic, sondern eher um eine romantische Tragikomödie über die verbotene Liebesbeziehung zwischen einer jungen Schauspielerin (Lily Collins, "Spieglein Spieglein") und ihrem sehr religiös geprägten Fahrer (der neue Han Solo-Darsteller Alden Ehrenreich aus "Hail, Caesar!"), die Ende der 1950er Jahre beide für Hughes arbeiten.

"Einsamkeit und Sex und Mitleid":
Die deutsche Großstadt-Beziehungs-Tragikomödie ist ja bereits seit etlichen Jahren quasi ein eigenes Genre – einen neuen Beitrag leistet der mehrmalige "Tatort"-Regisseur Lars Montag, der in seiner Verfilmung des gleichnamigen episodischen Romans von Helmut Krausser ein Schlaglicht auf diverse Berlin-Bewohner mit sehr unterschiedlichen Lebenswegen wirft. Gespielt werden die u.a. von Jan Henrik Stahlberg ("Muxmäuschenstill"), Friederike Kempter ("Oh Boy") und Rainer Bock ("Das weiße Band").

"Victoria – Männer & andere Mißgeschicke":
Ungefähr 600.000 französische Kinogänger gab es für die Tragikomödie über die Enddreißigerin Victoria (Virginie Efira, "Birnenkuchen mit Lavendel"), eine leicht exzentrische alleinerziehende zweifache Mutter, die auf einer Hochzeit zufällig auf ihren Ex-Mann trifft – der am nächsten Tag wegen Mordversuchs verhaftet wird. Victoria glaubt an seine Unschuld und will ihm helfen, was angesichts ihres chaotischen Privatlebens aber keine einfache Aufgabe ist.

"Shin Godzilla":
Während erst kürzlich "Kong: Skull Island" das geplante Zusammentreffen des Riesengorillas mit dem Hollywood-"Godzilla" vorbereitete, können Anhänger der japanischen Originalreihe in ausgewählten Kinos den bereits 29. Teil der langlebigen Reihe bewundern, der in Japan mehr als $75 Mio. einspielte.

Mittwoch, 12. April 2017

SILENCE (2016)

Regie: Martin Scorsese, Drehbuch: Jay Cocks und Martin Scorsese, Musik: Kathryn und Kim Allen Kluge
Darsteller: Andrew Garfield, Adam Driver, Issey Ogata, Yosuke Kubozuka, Liam Neeson, Yoshi Oida, Tadanobu Asano, Shin'ya Tsukamoto, Ciarán Hinds, Nana Komatsu, SABU
 Silence
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 85% (7,6); weltweites Einspielergebnis: $23,5 Mio.
FSK: 12, Dauer: 162 Minuten.

Als im 16. und im frühen 17. Jahrhundert europäische Missionare den christlichen Glauben in Japan verbreiteten, reagierte die Obrigkeit zunächst gelassen darauf, zumal sich vorrangig die einfachen Leute bekehren ließen. In den 1630er Jahren änderte sich das, nach einem Aufstand der christlichen Landbevölkerung verfügte der Shogun die Abschließung Japans in Verbindung mit einer gnadenlosen Verfolgung der Christen, die einem grausamen Tod nur dann entgehen konnten, wenn sie ihrem Glauben öffentlich abschworen. Während zahlreiche Priester den Märtyrertod starben, geht das Gerücht um, daß der portugiesische Jesuit Pater Ferreira (Liam Neeson, "The Grey") tatsächlich abschwor und nun als Japaner mit Frau und Kindern lebt – Pater Ferreiras frühere Jesuiten-Schüler Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield, "The Amazing Spider-Man") und Francisco Garupe (Adam Driver, "Star Wars Episode VII") wollen das nicht glauben und machen sich selbst auf den beschwerlichen Weg nach Japan, um das Schicksal ihres Mentors zu eruieren. Der in China gestrandete, trunksüchtige Fischer Kichijiro (Yosuke Kubozuka, "Ichi Die blinde Schwertkämpferin") bestreitet zwar heftig, ein Christ zu sein, leitet sie jedoch mit einem Boot heimlich zu der kleinen christlichen Küstengemeinde Tomogi, wo sie begeistert und voller religiöser Inbrunst empfangen werden. Die Suche nach Pater Ferreira muß also erst einmal warten, da die frommen Dorfbewohner die beiden Jesuiten mit ihren religiösen Begehren voll in Beschlag nehmen. Dann kommt der unnachgiebige Inquisitor Inoue Masashige (Issey Ogata, "Tony Takitani") in die Gegend und sucht auch in Tomogi mit äußerst effektiven Methoden nach verborgenen Christen …

Montag, 10. April 2017

TV-Tips für die Woche 15/2017

Montag, 10. April:
Arte, 20.15 Uhr: "Das Loch" (1960)
Der letzte Film des mit 53 Jahren verstorbenen Filmemachers Jacques Becker ("Goldhelm") gilt als eines der ganz großen Meisterwerke des französischen Kinos wie auch als Wegbereiter der Nouvelle Vague (8,5 Punkte bei der IMDb!). Die Adaption eines autobiographisch angehauchten Romans von José Giovanni (der später selbst ein exzellenter Regisseur und Drehbuch-Autor von Filmen wie "Der Kommissar und sein Lockvogel" oder "Endstation Schafott" wurde) ist ein betont realistisch erzähltes und mit seinen sehr langen Einstellungen beinahe dokumentarisch anmutendes, überwiegend mit Laiendarstellern (darunter ein am als Vorbild dienenden realen Ausbruchsversuch Beteiligter) besetztes Schwarzweiß-Thriller-Drama über Langzeit-Häftlinge, die aus dem Gefängnis ausbrechen wollen. Die Laufzeitangaben von Arte widersprechen sich leider etwas, aber es besteht die Hoffnung, daß wir sogar erstmals im deutschen Free-TV die im Vergleich zur deutschen Kinofassung um etwa eine Viertelstunde längere ungeschnittene Version zu sehen bekommen. Direkt im Anschluß (22.15 Uhr) kommt mit dem romantischen Modedrama "Falbalas - Sein letztes Modell" (1945) ein weiterer Film von Jacques Becker.

Außerdem:
Mission: Impossible III (der solide dritte Teil der Actionreihe mit Tom Cruise überzeugt vor allem mit Philip Seymour Hoffman als Bösewicht; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)
Wir sind die Neuen (klischeehafte, aber recht unterhaltsame deutsche Generationenkomödie über einige Alt-68er, die in fortgeschrittenem Alter noch einmal in einer WG zusammenziehen und Ärger mit der spießigen Nachbar-Studenten-WG bekommen; 20.15 Uhr im SWR)
Robin Hood (Sir Ridley Scotts Versuch einer Art "Robin Hood Begins"-Version ist trotz Russell Crowe und Cate Blanchett in den Hauptrollen nur mittelmäßig gelungen; 22.15 Uhr im ZDF)

Dienstag, 11. April:
Super RTL, 20.15 Uhr: "Juno" (2007)
Ellen Page erhielt mit 20 Jahren ihre erste OSCAR-Nominierung für die Rolle als schwangerer Teenager in Jason Reitmans ebenso unterhaltsamer wie einfühlsamer Tragikomödie.

Mittwoch, 12. April:
Kabel Eins, 20.15 Uhr: "Jumanji" (1995)
Zu Weihnachten kommt mit "Jumanji: Welcome to the Jungle" eine sehr späte Fortsetzung mit Dwayne Johnson in die Kinos, Kabel Eins zeigt vorher mal wieder das Original. Robin Williams glänzt in dem familienfreundlichen Abenteuerfilm als Abenteurer Alan Parrish, der als Junge in ein magisches Brettspiel hineingezogen wurde. Jahrzehnte später droht den Shepherd-Kindern (Kirsten Dunst und Bradley Pierce) das gleiche Schicksal ...

Tele 5, 0.15 Uhr: "Dead Man Walking" (1995)
Susan Sarandon gewann einen OSCAR für ihre Hauptrolle in dem bewegenden, auf zwei realen Fällen beruhenden Todesstrafendrama, das von ihrem damaligen Lebenspartner Tim Robbins inszeniert wurde. Sie spielt die Nonne Helen Prejean, die von einem Todeskandidaten (Sean Penn) gebeten wird, ihm dabei zu helfen, seinen Fall neu aufzurollen. Durch ihre Gespräche entwickelt sich eine ungewöhnliche Beziehung zwischen ihnen, zugleich versucht Schwester Helen, auch den Familienangehörigen der Mordopfer Trost zu spenden.

Samstag, 8. April 2017

Samstags-Update (14/2017)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende April:


Box Office-News:
Erneut sorgt das schöne Wetter für relativ lange Gesichter bei den Kinobetreibern - so wie es aussieht, werden an diesem Wochenende nur vier Filme Zahlen von über 50.000 Zuschauern vermelden können. Immerhin gibt es Spannung an der Spitze, denn gleich drei Produktionen haben Chancen auf den ersten Rang: "Die Schöne und das Biest" und die 3D-Animationsfilme "Boss Baby" und "Die Schlümpfe 3". Die besten Aussichten hat der auf gut 200.000 Besucher abzielende "Die Schöne und das Biest", da er ein deutlich weiter gefaßtes Publikumspotential besitzt als die beiden primär an Kinder und ihre Eltern gerichteten Animationsfilme und deshalb auch wetterunabhängiger ist. "Boss Baby" und "Die Schlümpfe 3" zielen laut InsideKino jeweils auf etwas weniger als 200.000 Kinogänger ab, aber sollte das Wetter vor allem am Sonntag schlechter werden, könnten die Zahlen noch recht deutlich nach oben gehen. So oder so ist es ein deutlicher Rückgang gegenüber den beiden Vorgängern (Teil 1: 900.000 Zuschauer in der vollen ersten Woche, Teil 2: 580.000), die aber Animations- und Realfilmelemente kombinierten, während im dritten Teil alles animiert ist; als echte Fortsetzung kann man das also nur bedingt werten. Die beiden weiteren vergleichsweise breiten Neustarts der Woche, das religiöse Drama "Die Hütte" und die französische Komödie "Nichts zu verschenken", enttäuschen mit jeweils unter 30.000 Besuchern.
In den USA sind die gleichen drei Filme vorn und auch hier ist die Spitze der Charts umstritten, allerdings nur zwischen den beiden bereits etwas älteren Filmen - also "Boss Baby" und "Die Schöne und das Biest" -, die auf je $25 Mio. abzielen. "Die Schlümpfe 3" landet abgeschlagen mit rund $15 Mio. auf Platz 3, allerdings war die Reihe in den USA sowieso nie immens populär (Teil 1 startete mit $35,6 Mio., Teil 2 nur noch mit $17,5 Mio.). Dicht dahinter folgt der leicht über den Erwartungen eröffnende zweite breite Neustart, das Komödien-Remake "Abgang mit Stil" mit Morgan Freeman und Michael Caine. In Deutschland kommt "Abgang mit Stil" am kommenden Donnerstag in die Lichtspielhäuser.

Quellen:

Donnerstag, 6. April 2017

DIE VERSUNKENE STADT Z (2016)

Originaltitel: The Lost City of Z
Regie und Drehbuch: James Gray, Musik: Christopher Spelman
Darsteller: Charlie Hunnam, Robert Pattinson, Sienna Miller, Tom Holland, Angus Macfadyen, Edward Ashley, Franco Nero, Pedro Coello, Matthew Sunderland, Johann Myers, Aleksandar Jovanovic, Ian McDiarmid, Clive Francis, Daniel Huttlestone
 Die versunkene Stadt Z
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 88% (7,3); weltweites Einspielergebnis (bisher nur Frankreich und Großbritannien): $2,3 Mio.
FSK: 12, Dauer: 141 Minuten.

Anfang des 20. Jahrhunderts bekommt der britische Offizier Percy Fawcett (Charlie Hunnam, "Pacific Rim") den Auftrag, für die Royal Geographic Society (RGS) – an der er früher selbst studierte – eine aufwendige Landvermessung in Bolivien vorzunehmen, um Grenzstreitigkeiten mit Brasilien möglichst friedlich beizulegen. Fawcett, der bereits an den äußersten Ecken des Commonwealth in Asien stationiert war, hält diesen langweilig klingenden Auftrag zunächst für unter seiner Würde, stellt aber schnell fest, daß das ein gewaltiger Irrtum war. Die Erkundung des Amazonas-Gebiets auf der Suche nach der Quelle des Rio Verde ist anspruchsvoll und gefährlich, nicht nur die unwirtliche Flora und Fauna machen Fawcett und seinen Begleitern zu schaffen, sondern auch teilweise feindlich gesonnene Eingeborenenstämme. Dennoch erreicht die Expedition ihr Ziel, an dem Fawcett zu seiner gewaltigen Überraschung und Begeisterung Überreste einer uralten, lange untergegangenen Zivilisation entdeckt. Zurück in London stellt er seine Erkenntnisse den durchaus skeptischen Mitgliedern der RGS vor und schafft es mit der Unterstützung des Antarktis-Erforschers James Murray (Angus Macfadyen, "Braveheart"), eine neue Forschungsreise auf die Beine zu stellen, die nach der versunkenen Stadt suchen soll, von deren Existenz Fawcett überzeugt ist …