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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Samstag, 18. Februar 2017

Samstags-Update (7/2017)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende April:


Box Office-News:
"Fifty Shades of Grey 2" bleibt in den deutschen Kinocharts mit mehr als einer halben Million Zuschauern mit großem Abstand in Führung, mit etwa halb so vielen Kinogängern folgt "John Wick: Kapitel 2". Der harte Actionfilm mit Keanu Reeves profitiert auch hier von der Beliebtheit des Vorgängers wie auch von starken Kritiken und eröffnet damit - wie in den USA - doppelt so stark wie Teil 1 (140.000). Ein weiterer Neustart erobert den dritten Rang: "Recep Ivedik 5" zielt laut InsideKino aktuell auf deutlich über 150.000 Besucher ab und ordnet sich innerhalb der türkischen Erfolgsreihe im Mittelfeld ein (Teil 4 kam zum Start auf gut 200.000 Zuschauer, Teil 2 auf knapp 190.000, Teil 3 auf etwas mehr als 150.000). Die übrigen Neustarts enttäuschen: "Trainspotting 2" landet mit etwas mehr als 50.000 Besuchern im unteren Mittelfeld der Top 10 (und halbiert damit in etwa das Startergebnis des kultigen Vorgängers), während die deutsche Komödie "Schatz, nimm du sie!" mit Carolin Kebekus und der OSCAR-Kandidat "Fences" mit Denzel Washington außerhalb der Top 10 bleiben - "Fences" wird gar Mühe haben, wenigstens fünfstellige Zuschauerzahlen zu erreichen ...
In den USA steht erneut ein langes Feiertagswochenende an, da am Montag "Presidents' Day" ist, an dem eigentlich George Washingtons Geburtstag gefeiert wird - aber Donald Trump wird es schon schaffen, daß sich am Ende wieder alles um ihn dreht. Ein Grund mehr vielleicht für viele Amerikaner, Zerstreuung in den Kinos zu suchen - drei zu mäßigen Kritiken anlaufende Neustarts sorgen jedoch nicht wirklich für Begeisterung. So bleibt "The LEGO Batman Movie" (das in Deutschland auf Platz 4 abrutscht) mit vermutlich mehr als $45 Mio. an vier Tagen klar in Front, gefolgt von "Fifty Shades of Grey 2" mit gut $25 Mio. am langen Wochenende - für beide sind das sehr gute Resultate am zweiten Wochenende. Mit bis zu $20 Mio. erobert die in weiten Teilen der Welt seit Wochen laufende chinesisch-amerikanische Großproduktion "The Great Wall" mit Matt Damon Rang 3. Für sich genommen ein enttäuschendes Ergebnis für das $150 Mio.-Werk, aber starke Zahlen aus China (wenngleich sie auch dort ein wenig hinter den sehr, sehr hohen Erwartungen zurückblieben) sorgen dafür, daß das Fantasy-Action-Epos wohl zumindest nicht als kommerzieller Flop in die Filmgeschichte eingehen wird. Mit etwas weniger als $15 Mio. an vier Tagen wird die Komödie "Fist Fight" mit Ice Cube auf Platz 5 eröffnen, während es für Gore Verbinskins Horrorfilm "A Cure for Wellness" nur zu katastrophalen $5 Mio. und damit bestenfalls Platz 9 reicht. In Deutschland startet der überlange Genrefilm am kommenden Donnerstag.

Quellen:

Freitag, 17. Februar 2017

KINOVORSCHAU WINTER/FRÜHLING 2017 (Teil 2)

Nach der OSCAR-Verleihung Ende Februar wird es auch in deutschen Kinos wieder deutlich actionreicher zugehen als in den ersten beiden Monaten des Jahres, in denen viele "ernsthafte" Stoffe behandelt wurden. Die große Blockbuster-Welle wird zwar wie üblich erst im Sommer folgen, doch auch die Monate März und April haben bereits einige spektaluläre Highlights zu bieten – dazu natürlich auch viele kleinere und häufig anspruchsvollere Werke inklusive einiger OSCAR-Nachzügler. Da meine Vorschau zwar ausführlich ist, aber nicht komplett, verweise ich gerne wieder auf InsideKino, wo es eine vollständige Liste sämtlicher bereits feststehender Filmstarts der nächsten Jahre gibt.

2. März:
"Logan – The Wolverine":
Der voraussichtlich letzte Einsatz von Hugh Jackman als der vermeintlich unsterbliche Mutant Wolverine (wenngleich Ryan Reynolds hartnäckig versucht, ihn noch zu einem gemeinsamen Deadpool/Wolverine-Film zu überreden) wird erneut von James Mangold inszeniert und spielt in einem wenig einladend wirkenden Jahr 2029, in dem die Mutanten auszusterben scheinen, die X-Men nicht mehr existieren und Professor X (Sir Patrick Stewart) ein an Alzheimer leidender alter Mann ist. Und dann fühlt der heruntergekommen lebende Logan auch noch seine eigenen Mutantenkräfte schwinden. Doch als eine zwielichtige Organisation die verbleibenden Mutanten zu Soldaten machen will, muß Logan in einen letzten großen Kampf ziehen – gemeinsam mit einem Mädchen, das Wolverine in vielerlei Hinsicht zu ähneln scheint …

"Silence":
Im Gegensatz zu vielen Werken von Martin Scorsese hat "Silence" bei den OSCARs keinerlei Rolle gespielt – dabei sind die Kritiken sehr wohlwollend ausgefallen. Vermutlich ist das gut zweieinhalbstündige Glaubensdrama über zwei portugiesische Jesuiten (Andrew Garfield und Adam Driver), die in Japan nach dem spurlos verschwundenen Pater Ferreira (Liam Neeson) suchen, einfach zu unspektakulär ausgefallen. So dürfte auch das Mainstream-Publikum eher wenig Interesse an der ruhig erzählten Romanverfilmung haben.

"Der junge Karl Marx":
August Diehl ("Allied") verkörpert im Historiendrama des haitianischen Regisseurs Raoul Peck (mit seiner bei uns am 30. März anlaufenden Doku "I Am Not Your Negro" für den OSCAR 2017 nominiert) den 26-jährigen, mit seiner Frau (Vicky Krieps, "Zwei Leben") in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Pariser Exil lebenden deutschen Idealisten Karl Marx, der gemeinsam mit Friedrich Engels (Stefan Konarske) Grundlagen für das "Kommunistische Manifest" erarbeitet. Die Berlinale-Kritiken fielen eher mittelmäßig aus.

"Certain Women":
Von Kritikern gefeiertes, auf einer Kurzgeschichten-Sammlung gründendes Arthouse-Drama von Kelly Reichardt ("Wendy and Lucy") über vier Frauen (Michelle Williams, Laura Dern, Kristen Stewart, Lily Gladstone) in Montana, deren Leben vor einem Wendepunkt stehen.

"Little Men":
In dem Familien- und Coming of Age-Drama von Ira Sachs ("Married Life") zieht Familie Jardine in ein geerbtes Haus in Brooklyn ein. Während die Eltern (Greg Kinnear und Jennifer Ehle) vor allem froh über die Mietersparnis sind, ist der Umzug für den 13-jährigen Sohn Jake ziemlich schwierig. Dann findet er einen neuen besten Freund, mit dem er New York erkundet und die ersten Leiden und Freuden der Pubertät durchlebt. Die Kritiker waren von dem Film begeistert (Rotten Tomatoes: 97% positive Rezensionen!) und loben neben den Darstellerleistungen der "kleinen Leute" vor allem eine realitätsnahe, humanistische Inszenierung, die auch den Wandel (u.a. durch Gentrifizierung) New Yorks thematisiert.

"Neo Rauch – Gefährten und Begleiter":
Dokumentarfilm über den Leipziger Künstler Neo Rauch, der zu den wichtigsten und – was den Wert seiner Gemälde betrifft – "kostbarsten" modernen Malern der Welt zählt.

9. März:
"Kong: Skull Island" (3D):
Seit dem riesigen Erfolg des Marvel Cinematic Universe gibt es naturgemäß Versuche, diesen Ansatz eines "geteilten Universums" mit vielen Crossovers und Gastauftritten zu kopieren. Bei DC Comics läuft das dank der Stärke der Marke kommerziell trotz Qualitätsmangeln ganz gut, während Universal den mit "Dracula Untold" begonnenen Versuch, sich ein neues "Monster-Universum" aufzubauen, schnell abgebrochen hat und nun mit einem "Die Mumie"-Reboot noch einmal von vorn beginnt. Ein Stück weiter ist das jüngst in chinesischen Besitz übergegangene und für Genrestoffe bekannte Studio Legendary, denn Gareth Edwards' "Godzilla" wurde im Nachhinein zum Startpunkt erklärt, nun macht die neue "King Kong"-Geschichte "Skull Island" den zweiten Schritt und dann soll es zu dem großen Aufeinandertreffen von Godzilla und Kong kommen. Bis es soweit ist, wird der neue King Kong eingeführt in diesem ungewöhnlicherweise zur Zeit des Vietnam-Krieges spielenden Abenteuer (entsprechend ist eines der Filmplakate klar von "Apocalypse Now" inspiriert). Ein Team der geheimnisvollen Regierungsorganisation Monarch (die bereits in "Godzilla" erwähnt wurde) aus Wissenschaftlern und Soldaten erkundet eine neu entdeckte Insel im Pazifik und muß feststellen, daß diese von zahlreichen Monstern bewohnt wird … Die Besetzung der Expedition kann sich jedenfalls sehen lassen: Tom "Loki" Hiddleston, OSCAR-Gewinnerin Brie Larson ("Raum"), Samuel L. Jackson und John Goodman sind die bekanntesten Namen. Regie führt der relative Newcomer Jordan Vogt-Roberts, der mit seinem vielbeachteten Independent-Debüt "Kings of Summer" die Aufmerksamkeit Hollywoods erregt hat.

Donnerstag, 16. Februar 2017

INTO THE FOREST (2015)

Regie und Drehbuch: Patricia Rozema, Musik: Max Richter
Darsteller: Ellen Page, Evan Rachel Wood, Callum Keith Rennie, Max Minghella, Michael Eklund, Wendy Crewson
 Into the Forest
(2015) on IMDb Rotten Tomatoes: 77% (6,8); weltweites Einspielergebnis: $0,04 Mio.
FSK: 12, Dauer: 101 Minuten.
In der nahen Zukunft leben die fast erwachsenen Schwestern Nell (Ellen Page, "Inception") und Eva (Evan Rachel Wood, "Across the Universe") mit ihrem fürsorglichen Vater Robert (Callum Keith Rennie, "Warcraft: The Beginning") in einem abgelegenen Haus irgendwo am Rande der riesigen kanadischen Wälder. Während Nell für den schon in zwei Tagen anstehenden College-Aufnahmetest büffelt, trainiert die angehende Tänzerin Eva mit höchster Konzentration, zumal sie nach einer längeren Verletzungspause etwas eingerostet ist. Mitten in den Alltag des Trios platzt eine Fernseh-Meldung, wonach an der gesamten Westküste der Strom ausgefallen ist – wenig später sitzen auch Nell, Eva und Robert im Dunklen. Während anfänglich alle mit einer baldigen Rückkehr des Stroms rechnen und so auch im nächsten Ort die Menschen halbwegs vernünftig bleiben, zieht sich die Situation doch zunehmend in die Länge, bald kommen selbst im Radio keine Nachrichten mehr. Als dann auch noch Robert einen Unfall hat, sind Nell und Eva ganz auf sich allein gestellt in dieser neuen, stromfreien Welt …

Dienstag, 14. Februar 2017

HIDDEN FIGURES – UNERKANNTE HELDINNEN (2016)

Regie: Theodore Melfi, Drehbuch: Allison Schroeder und Theodore Melfi, Musik: Hans Zimmer, Pharrell Williams und Benjamin Wallfisch
Darsteller: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kevin Costner, Kirsten Dunst, Jim Parsons, Mahershala Ali, Glen Powell, Aldis Hodge, Olek Krupa, Kimberly Quinn
 Hidden Figures: Unerkannte Heldinnen
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 92% (7,6); weltweites Einspielergebnis: $144,0 Mio.
FSK: 0, Dauer: 127 Minuten.

In den 1960er Jahren befinden sich die USA und die Sowjetunion nicht nur im Kalten Krieg, der immer dichter davor steht, ein heißer Krieg zu werden, sie stehen ebenfalls in einem erbitterten Wettrennen ins All – und die Sowjets liegen vorne, nachdem Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum und lebendig wieder zurück gebracht wurde. Die NASA versucht verzweifelt, den Rückstand aufzuholen, wofür die Arbeit der besten und klügsten Köpfe Amerikas vonnöten ist. Dazu zählt auch eine Gruppe afroamerikanischer Mathematikerinnen, die es aber gleich aus zwei Gründen besonders schwer hat: Sie sind Frauen und sie sind schwarz. Zwar werden sie innerhalb der NASA nicht mit dem gleichen offenen Rassismus konfrontiert wie im öffentlichen Raum, wo noch immer vielerorts strikte Rassentrennung herrscht, doch müssen sie sich auch hier häufig anhören, daß sie keine Ansprüche zu stellen haben und froh sein sollen, daß sie überhaupt hier arbeiten dürfen. Katherine Goble (Taraji P. Henson, "Date Night"), Mary Jackson (Janelle Monáe, "Moonlight") und Dorothy Vaughan (Octavia Spencer, "The Help") wollen das allerdings nicht akzeptieren – sie wissen, was sie können und sie wollen dieses Können auch zeigen und anwenden. Dank des Rückstands auf die Sowjets und des aufgeschlossenen neuen Direktors Al Harrison (Kevin Costner, "Man of Steel") dürfen sie das endlich …

Montag, 13. Februar 2017

TV-Tips für die Woche 7/2017

Montag, 13. Februar:
Arte, 20.15 Uhr: "Kreuzweg" (2014)
Free-TV-Premiere des deutschen Glaubensdramas von Dietrich Brüggemann über eine 14 Jahre alte fundamentalistische Katholikin (eine Glanzleistung von Lea van Acken in ihrem Debüt). Bei der Berlinale 2016 gab es neben viel Lob auch zwei Preise, darunter den Silbernen Bären für das Drehbuch, das Brüggemann mit seiner Schwester Anna schrieb.

Tele 5, 22.10 Uhr: "Der Todesspeer des Shaolin" (1984)
In den 1980er Jahren ließ die durchschnittliche Qualität der Shaw Brothers-Martial Arts-Filme zwar merklich nach, gelegentliche Highlights gab es aber noch. Dazu zählt dieses meisterhaft choreographierte Actiondrama über einen Elite-Speerkämpfer, der sich bei einem verräterischen General rächen möchte.

Dienstag, 14. Februar:
ARD, 0.35 Uhr: "Der Auftragslover" (2010)
Eine wenig originelle, jedoch amüsante französische Komödie über Alex (Romain Duris), der gegen Bezahlung (meistens der Eltern) unerwünschte Beziehungen beendet, indem er dafür sorgt, daß sich die jeweilige Dame in ihn verliebt. Dieses eher unmoralische, aber sehr lukrative Geschäft läuft wunderbar - bis sich Alex in sein neues Opfer tatsächlich verliebt. Kein Wunder, schließlich wird Juliette von der bezaubernden Vanessa Paradis verkörpert ...

Mittwoch, 15. Februar:
Kabel Eins, 20.15 Uhr (um eineinhalb Minuten gekürzt, ungeschnittene Nachtwiederholung um 0.35 Uhr): "Road to Perdition" (2002)
Der in meinen Augen beste Gangsterfilm seit der "Der Pate"-Trilogie ist interessanterweise eine Graphic Novel-Verfilmung. Tom Hanks brilliert unter der Regie von Sam Mendes ("Skyfall") als Familienvater und Mafia-Auftragskiller, der zu Beginn der 1930er Jahre durch eine Verkettung unglücklicher Umstände mit seinem kleinen Sohn auf die Flucht vor seinem bisherigen Boß und Mentor, dem irischen Mafia-Paten Rooney (Paul Newman), gehen muß. Die großartige Kameraführung des kurz nach den Dreharbeiten verstorbenen Conrad L. Hall wurde mit einem OSCAR geehrt, dazu gab es fünf weitere Nominierungen - unter anderem für Paul Newman und für die tolle, melancholische Musik von Thomas Newman (keine Verwandtschaft).

Arte, 20.15 Uhr: "Gloria" (2013)
Bei der Berlinale 2013 gab es drei Auszeichnungen für die chilenische Tragikomödie, darunter den Silbernen Bären für die Hauptdarstellerin Paulina Garcia, die als lebenslustige ältere Dame glänzt, die sich noch einmal in eine neue Beziehung stürzt.

Samstag, 11. Februar 2017

Samstags-Update (6/2017)

Erwartungsgemäß hat sich im deutschen Kinostartplan bis Ende Februar nichts verändert. Leider bin ich mit meiner Vorschau für März und April sehr spät dran, aber daß ich wegen meiner Handverletzung im Januar nur wenig tippen konnte, schlägt da eben doch durch. Mit etwas Glück werde ich die Vorschau kommende Woche veröffentlichen können, ich tippe aber eher auf die übernächste (zumal ich auch noch zwei Kritiken zu großen OSCAR-Anwärtern fertigstellen sowie ein Rezensionsexemplar eines kommenden Heimkinostarts anschauen und rezensieren muß) ...


Box Office-News:
Auch die Fortsetzung von "Fifty Shades of Grey" trotzt den miesen Kritiken, allerdings scheint der ganz große Hype doch etwas abgeebbt zu sein, denn die Millionenmarke zum Start wird der "Gefährliche Liebe" untertitelte zweite Teil, wenn überhaupt, nur noch knapp knacken - der Vorgänger eröffnete noch mit 1,35 Millionen Zuschauern, hatte allerdings zusätzlichen Anschub dadurch, daß der Valentinstag auf das Startwochenende fiel. Grund zur Klage ist der Rückgang für die Produzenten somit nicht wirklich, vor allem im Vergleich zum US-Start (dazu kommen wir gleich). Mit großem Abstand folgt mit "The LEGO Batman Movie" der zweite große Neustart auf Platz 2, der genau auf das Startergebnis des Vorgängers "The LEGO Movie" von ungefähr 250.000 Besuchern abzielt. Den dritten Rang sichert sich gemäß InsideKino "Split" mit rund 150.000 Kinogängern.
In den USA sieht es ganz anders aus: "The LEGO Batman Movie" erobert deutlich die Führung mit voraussichtlich $55-60 Mio., was allerdings hinter den $69 Mio. von "The LEGO Movie" zurückbleibt. Trotzdem reicht es locker aus, um "Fifty Shades of Grey 2" auf den zweiten Platz zu verweisen, der von den $85 Mio. des ersten Teils auf nur noch $45 Mio. regelrecht abstürzt. Umgekehrt läuft es bei dem dritten breiten Neustart des Wochenendes: Der in Deutschland am kommenden Donnerstag anlaufende "John Wick: Kapitel 2" wird das Startergebnis des ersten Teils ($14,4 Mio.) ziemlich genau verdoppeln, was den dritten Rang bedeutet. Und mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Fortsetzungen ...

Quellen:

Donnerstag, 9. Februar 2017

JACKIE (2016)

Regie: Pablo Larraín, Drehbuch: Noah Oppenheim, Musik: Mica Levi
Darsteller: Natalie Portman, Peter Sarsgaard, Billy Crudup, Sir John Hurt, Greta Gerwig, John Carroll Lynch, Beth Grant, Richard E. Grant, Caspar Phillipson, Max Casella
 Jackie: Die First Lady
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 89% (8,0); weltweites Einspielergebnis: $18,1 Mio.
FSK: 12, Dauer: 100 Minuten.

Ende November 1963: Eine Woche nach der Ermordung ihres Ehemannes John F. Kennedy, des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, gewährt seine Witwe Jackie (Natalie Portman, "Black Swan") einem Reporter (Billy Crudup, "Spotlight") ein ausführliches Interview am Sommersitz der Familie Kennedy – allerdings nach ihren ganz eigenen Regeln. Während sie dem Reporter unter widerstreitenden Gefühlen davon erzählt, wie sie das Attentat und die quälenden Stunden und Tage danach erlebt hat, in denen sie sich in die Vorbereitungen auf die Beerdigung ihres Ehemannes stürzte in dem Bemühen, JFKs Vermächtnis für alle Zeiten in der amerikanischen Geschichte zu zementieren, kommen ihr andere Erinnerungen in den Sinn. Sie denkt an glückliche Momente mit "Jack" (Kennedys Rufname) und den gemeinsamen Kindern, jedoch auch an ihre offenen Gespräche mit einem Priester (Sir John Hurt, "Alien") nach dem Attentat. Vor allem geht es ihr in diesem Interview allerdings – wie sie offen zugibt – darum, der Öffentlichkeit ihre Version der tragischen Geschichte zu erzählen …

Dienstag, 7. Februar 2017

NOCTURNAL ANIMALS (2016)

Regie und Drehbuch: Tom Ford, Musik: Abel Korzeniowski
Darsteller: Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Michael Shannon, Aaron Taylor-Johnson, Isla Fisher, Ellie Bamber, Armie Hammer, Laura Linney, Karl Glusman, Robert Aramayo, Michael Sheen, Andrea Riseborough, Jena Malone, Neil Jackson, Kristin Bauer van Straten
 Nocturnal Animals
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 72% (6,9); weltweites Einspielergebnis: $29,3 Mio.
FSK: 16, Dauer: 117 Minuten.
Susan Morrow (Amy Adams, "American Hustle") ist eine Galeriebesitzerin in Los Angeles, die allerdings unzufrieden mit ihrem Leben wie auch ihrer zweiten Ehe mit Hutton (Armie Hammer, "Lone Ranger") ist. Eines Tages erhält sie ein Päckchen von ihrem Ex-Mann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal, "Nightcrawler"), ihrer großen Liebe, die sie dennoch verließ. Nun hat Edward endlich seinen ersten, Susan gewidmeten Roman fertiggestellt; er schickt ihr das Manuskript vorab, da er das Buch ohne sie niemals hätte schreiben können. Das klingt nach einer netten, versöhnlichen Geste, der Inhalt des Romans wirkt auf Susan allerdings schnell verstörend: Der Protagonist Tony – der in ihrer Vorstellung wie Edward aussieht – ist mit seiner Frau Laura (Isla Fisher, "Die Unfaßbaren") und der Teenager-Tochter India (Ellie Bamber, "Stolz und Vorurteil & Zombies") auf der Fahrt in den Urlaub, doch irgendwo in der texanischen Wüste wird die kleine Familie von drei lokalen Rowdys, angeführt von dem brutalen Ray (Aaron Taylor-Johnson, "Kick-Ass"), attackiert, was in eine wahre Tragödie ausartet. Während Susan trotz widerstreitender Gefühle weiterliest und dem ermittelnden Detective Bobby Andes (Michael Shannon, "Zeiten des Aufruhrs") bei seinen Ermittlungen folgt, erinnert sie sich an ihre Zeit mit Edward zurück …

Montag, 6. Februar 2017

TV-Tips für die Woche 6/2017

Montag, 6. Februar:
Arte, 20.15 Uhr: "The Broken Circle" (2012)
Am Donnerstag startet die Berlinale 2017, aus diesem Anlaß zeigen sowohl Arte als auch 3sat in den nächsten Wochen zahlreiche frühere Berlinale-Teilnehmer. Den Anfang macht bei Arte die Free-TV-Premiere des OSCAR-nominierten belgischen Arthouse-Hits "The Broken Circle", eines sehr emotionalen, unkonventionell erzählten musikalischen Dramas über die Beziehung zwischen einem Sänger und einer Tätowiererin, deren Liebesglück durch eine Krebsdiagnose erschüttert wird.

Arte, 22.05 Uhr: "Feuerwerk am helllichten Tage" (2014)
Free-TV-Premiere des Gewinners des Goldenen Bärens 2014. In dem chinesischen Noir-Thriller mit sozialkritischen Untertönen geht es um einen ehemaligen Kleinstadt-Polizisten, der seinen Job verlor und dem Alkoholismus verfiel, nachdem er eine Mordserie nicht aufklären konnte und die Ermittlungen tragisch endeten. Als der damalige Täter wieder zuschlägt, will der Ex-Cop ihn auf eigene Faust schnappen ...

Außerdem:
Centurion (brutales, aber stimmungsvolles Römerabenteuer mit Michael Fassbender über die legendäre, in Britannien verschollene IX. Legion; 23.25 Uhr bei Kabel Eins)

Dienstag, 7. Februar:
Super RTL, 20.15 Uhr: "Jennas Kuchen" (2007)
Sympathische, relativ unkonventionelle Selbstfindungs-Tragikomödie über eine schwangere und unglücklich verheiratete Kellnerin und leidenschaftliche Kuchenbäckerin (Keri Russell), die sich in einen just in die Kleinstadt gezogenen, ebenfalls verheirateten Arzt (Nathan Fillion) verliebt.

WDR, 23.40 Uhr "Boy A" (2007)
In dem realistischen britischen Jugend-Sozialdrama von John Crowley ("Brooklyn") konnte der spätere "The Amazing Spider-Man" Andrew Garfield als jugendlicher Straftäter, der nach seiner Haftentlassung ein neues Leben beginnen will, erstmals richtig sein großes Schauspiel-Talent unter Beweis stellen.

Außerdem:
Robot & Frank (sympathische Tragikomödie mit einem tollen Frank Langella, der in der nahen Zukunft als gealterter Ex-Fassadenkletterer noch einen letzten Coup landen will - mit der Hilfe eines humanoiden Roboters, der eigentlich nur seine Gesundheit überwachen soll ...; 20.15 Uhr bei Servus TV)

Samstag, 4. Februar 2017

Samstags-Update (5/2017)

Das für einen OSCAR nominierte Liebes- und Rassismusdrama "Loving" hat seinen Startplatz Ende Februar verloren, ein neuer ist noch nicht bekannt. Ansonsten bleibt bis Ende Februar alles wie gehabt im deutschen Kinostartplan:


Box Office-News:
Die deutschen Kinocharts werden auch in dieser Woche von M. Night Shyamalans Psycho-Horrorthriller "Split" angeführt, der sich mit etwa einer Viertelmillion Zuschauern annähernd auf Vorwochen-Niveau hält. Dahinter legt OSCAR-Favorit "La La Land" mit wohl mehr als 150.000 Zuschauern ein weiteres Mal leicht zu, während sich etwas dahinter voraussichtlich "Mein Blind Date mit dem Leben" den letzten Platz auf dem Podest angeln wird. Den Titel des besten Neustarts der Woche erringt wahrscheinlich das lange verzögerte und von den Kritikern wenig überraschend verrissene Horrorsequel "Rings", das knapp auf sechsstellige Besucherzahlen kommen könnte, während die deutsche Jugendbuch-Neuverfilmung "Timm Thaler" diese Marke ähnlich knapp zu verfehlen scheint. Mit ungefähr 75.000 Kinogängern legt das Feelgood-Movie "Hidden Figures" über drei afroamerikanische NASA-Mathematikerinnen in den 1960er Jahren einen starken Arthouse-Start hin, wohingegen mit Ben Afflecks "Live by Night" und Ang Lees "Die irre Heldentour des Billy Lynn" zwei theoretische Hochkaräter wie bereits in den USA auf ganzer Linie versagen und mit je etwa 20.000 Zuschauern weit außerhalb der Top 10 landen.
In den USA gibt es an diesem Wochenende schon wieder einen Feiertag, allerdings nur einen inoffiziellen, der die Kinogeschäfte zudem nicht antreibt, sondern deutlich bremst: Am Sonntag findet der Super Bowl statt! Entsprechend verzichten die großen Hollywood-Studios auf wirklich aussichtsreiche Neustarts und probieren es lieber mit Counterprogramming, das sich vor allem an junge Zuschauer richtet. An der Spitze bleibt jedoch sehr wahrscheinlich bereits zum dritten Mal in Folge "Split", der sich erneut gut hält und auf knapp $15 Mio. kommen dürfte. Knapp dahinter und damit am unteren Ende der Erwartungen wird sich  "Rings" einsortieren. Um Platz 3 duellieren sich mit je um die $10 Mio. OSCAR-Kandidat "Hidden Figures" und der Hundefilm "Bailey". Der zweite Counterprogramming-Versuch des Wochenendes geht dagegen voll in die Hose, die (ebenfalls von miesen Kritiken gebremste) SciFi-Teenie-Romanze "Den Sternen so nah" wird nicht einmal die $5 Mio.-Marke knacken und sich damit am hinteren Ende der Top 10 einsortieren. In Deutschland läuft "Den Sternen so nah" am kommenden Donnerstag an.

Quellen: