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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Mittwoch, 19. Juli 2017

Nachruf: Martin Landau (1928-2017)

Er kommt zwar mit etwas Verspätung (wegen George A. Romero), aber ganz verzichten will ich nicht auf einen Nachruf auf den US-Schauspieler Martin Landau. Der ist ein Paradebeispiel für einen klassischen Hollywood-Nebendarsteller, der selbst in kleinen Rollen viele Filme besser gemacht hat, auch wenn der durchschnittliche Zuschauer nicht unbedingt sein Gesicht erkennt und schon gar nicht seinen Namen. Ein solcher Status ist für einen ehrgeizigen Schauspieler natürlich keineswegs das Ziel aller Träume, andererseits ist es aber definitiv einer, der einem innerhalb der Branche und bei Cineasten große Anerkennung einbringt (und auch ordentliche Gehaltsschecks). Und der bis zuletzt fleißig in Film- und TV-Produktionen auftretende OSCAR-Gewinner Martin Landau zählt zweifellos zu den meistrespektierten Personen in Hollywood. Am Samstag verstarb der gebürtige New Yorker im Alter von 89 Jahren.

Im Kino mag er selten über Nebenrollen hinausgekommen sein, doch im ersten Drittel seiner Karriere war Martin Landau ein etablierter Hauptdarsteller - im Fernsehen. Der Absolvent von Lee Strasbergs berühmtem "Actors Studio" (das zahllose Weltstars wie Marlon Brando, Robert De Niro, Marilyn Monroe, Steve McQueen, Jane Fonda, Al Pacino, Dustin Hoffman oder Johnny Depp hervorbrachte) machte sich zwar zunächst mit Kino-Nebenrollen einen Namen, wobei vor allem sein Part in Alfred Hitchcocks Thriller-Meisterwerk "Der unsichtbare Dritte" aus dem Jahr hervorstach, in dem er die rechte Hand des von James Mason verkörperten Filmantagonisten spielte (weniger stark im Gedächtnis blieben seine kleinen Rollen in anderen Großproduktionen der 1960er Jahre wie dem Historienepos "Cleopatra", dem Bibelfilm "Die größte Geschichte aller Zeiten" oder der Westernkomödie "Vierzig Wagen westwärts"); der breiten Öffentlichkeit wurde er jedoch nach zahlreichen Gastauftritten in diversen Fernsehserien von "Bonanza" bis "Tennisschläger und Kanonen" erst durch die Hauptrollen in zwei TV-Produktionen bekannt: der amerikanischen Spionageserie "Kobra, übernehmen Sie" (aka "Mission: Impossible") und der britischen SciFi-Serie "Mondbasis Alpha 1". In "Kobra, übernehmen Sie" verkörperte Landau in den ersten drei Staffeln von 1966 bis 1969 den Schauspieler und Verwandlungskünstler Rollin Hand - eine ideale Rolle für einen Darsteller von Landaus Kaliber, weil er in viele verschiedene Rollen (darunter sogar Adolf Hitler) schlüpfen und sich somit schauspielerisch wie auch (dank diverser Akzente) sprachtechnisch austoben konnte, was ihm einen Golden Globe einbrachte; nach seinem Ausstieg wegen Gehaltsstreitigkeiten wurde er übrigens von Leonard "Mr. Spock" Nimoy ersetzt. In "Mondbasis Alpha 1" (1975-1977) ergatterte Martin Landau dann sogar die größte Rolle als Commander John Koenig.

Nach der Absetzung von "Mondbasis Alpha 1" sah es eher schlecht aus für Landaus Karriere: Er spielte zwar weiterhin in Kino- und TV-Produktionen, von denen die meisten aber heute mit vollem Recht komplett in Vergessenheit geraten sind. Erst im "Rentenalter" mit Ende 60 wurde Martin Landau wiederentdeckt, als "Der Pate"-Regisseur Francis Ford Coppola ihn in seinem Unternehmer-Biopic "Tucker" als Abe Karatz besetzte, Finanzier und loyaler Unterstützer des von Jeff Bridges verkörperten titelgebenden Autodesigners Preston Tucker. Die Rolle bescherte ihm 1989 seinen zweiten Golden Globe und die erste OSCAR-Nominierung sowie - vermutlich noch wichtiger - zahlrreiche gute Filmangebote. So glänzte er in Woody Allens Tragikomödie "Verbrechen und andere Kleinigkeiten" als der amoralische Augenarzt Judah Rosenthal (zweite OSCAR-Nominierung), spielte im (allerdings gefloppten) Erotikthriller "Sliver" an der Seite von Sharon Stone - und wurde von Tim Burton für "Ed Wood" besetzt. In dem wunderbar skurrilen und detailverliebten Biopic des angeblich schlechtesten Regisseurs aller Zeiten (gespielt von Johnny Depp) brilliert Martin Landau als gealterter Ex-"Dracula"-Star Bela Lugosi, der sich von Woods' Enthusiamus zum Comeback überreden läßt. Landaus einfühlsame Darstellung der in Vergessenheit geratenen, vereinsamten sowie drogensüchtigen Genreikone bleibt unvergeßlich und wurde 1995 verdient mit dem OSCAR für den besten Nebendarsteller belohnt (und seinem dritten und letzten Golden Globe).

Eine dermaßen starke Rolle konnte Martin Landau nie wieder ergattern, doch blieb er bis zu seinem Lebensende gut beschäftigt. Er wirkte im Kino in "Akte X - Der Film" (1998) mit und in Ron Howards "EdTV" (1999) sowie in Frank Darabonts "The Majestic" (2001), dem Familien-Fantasyfilm "City of Ember" (2008) und Atom Egoyans "Remember" (2015), dazu kamen (teils wiederkehrende) Gastrollen in Serien wie "In Plain Sight", "Entourage" oder "Without a Trace", auch als Sprecher in einer Episode von "Die Simpsons" oder in Tim Burtons Animationsfilm "Frankenweenie" war er zu hören. Einer seiner letzten Filme ist die Tragikomödie "The Last Poker Game", die im April 2017 zu positiven Kritiken bei Robert De Niros Tribeca Filmfestival vorgestellt wurde und in der er die Hauptrolle eines alten Arztes spielt, der im Seniorenheim mit dem sich rapide verschlechternden Gesundsheitzustand seiner Frau zu kämpfen hat.

Am 15. Juli 2017 starb Martin Landau mit 89 Jahren in Los Angeles nach Komplikationen nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt. R.I.P.

Montag, 17. Juli 2017

Nachruf: George A. Romero (1940-2017)

Es gibt wohl kaum ein westliches Land, in dem der US-amerikanische Regisseur, Drehbuch-Autor und Filmeditor George A. Romero in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt ist als in Deutschland. Der einfache (aber deshalb nicht weniger ärgerliche) Grund dafür ist, daß zwei der drei besten und erfolgreichsten Filme des Horrorspezialisten hierzulande bis heute indiziert sind und deshalb weder im Free-TV ungeschnitten gezeigt noch im Einzelhandel offen angeboten werden dürfen. Tatsächlich feierte "Dawn of the Dead" erst an Halloween 2016 bei Tele 5 seine deutsche Free-TV-Premiere, war dabei aber ebenso stark gekürzt wie "Day of the Dead" (der 2007 schon mal bei Arte lief). Und daß die beiden Filme in Deutschland offiziell unter den nicht allzu kreativen Titeln "Zombie" und "Zombie 2" firmieren, half auch nicht unbedingt. Anhänger des Horrorgenres und speziell von Zombiefilmen ist George A. Romero aber natürlich auch im deutschsprachigen Raum seit langem ein Begriff - und die trauern nun um den im Alter von 77 Jahren an Lungenkrebs verstorbenen Genre-Großmeister.

Wenngleich die Indizierung der beiden genannten Filme weiterhin Bestand hat, erfuhr George A. Romero doch in Deutschland in den letzten Jahren eine Art Rehabilitation, der Renaissance der Zombiethematik dank "The Walking Dead" und Konsorten sei's gedankt - daß die heutigen Genrevertreter beim Jugendschutz mit weit grausameren Szenen durchkommen als Romero seinerzeit, entbehrt dabei natürlich nicht einer gewissen Ironie. Aber beginnen wir von vorne, denn gleich mit seinem Langfilmdebüt im Jahr 1968 schuf George A. Romero ein Meisterwerk, das ein ganzes Genre prägte: Die Low Budget-Produktion "Die Nacht der lebenden Toten" gilt als Urvater des Zombiefilms, auch wenn es je nach der genauen Definition des Begriffs bereits vorher Werke mit lebenden Toten gab (Victor Halperins "White Zombie" aus dem Jahr 1932 mit Bela Lugosi gilt allgemein als bester Kandidat für den ersten "richtigen" Zombiefilm). Doch "Die Nacht der lebenden Toten" schuf Genreregeln, die jahrzehntelang feste Gültigkeit besaßen und es teilweise bis heute tun. So treten die Untoten in dem Schwarzweiß-Film etwa erstmals als unersättliche und nahezu unaufhaltsame Menschenfresser auf, die nur durch die Vernichtung ihres Gehirns gestoppt werden können. Anders als sehr vielen späteren Genrevertretern ging es George A. Romero aber nie nur um Horror und Splatterexzesse - was seine Filme seit jeher auszeichnet und von der Masse abhebt, ist eine deutliche (nicht immer subtile) metaphorische Gesellschaftskritik. Deutschen Jugendschützern entging das bedaulicherweise (oder es war ihnen egal, jedenfalls waren die Begründungen für Indizierung und Beschlagnahmung teilweise geradezu absurd, wie man in der lesenswerten "Zombie"-Retrospektive von Schnittberichte.com nachlesen kann), doch zumindest der als bittere Allegorie auf den Vietnam-Konflikt angelegte "Die Nacht der lebenden Toten" blieb noch vor Zensurmaßnahmen bewahrt, was vielleicht auch an der Schwarzweiß-Optik lag. Bemerkenswert war zudem, daß Romero als Protagonisten von "Die Nacht der lebenden Toten" einen von Duane Jones verkörperten Afroamerikaner namens Ben wählte, als das in Hollywood noch so gut wie nie geschah (abgesehen von Sidney Poitier).

In den Kinos feierte "Die Nacht der lebenden Toten" trotz oder gerade wegen der begleitenden Kontroversen angesichts exzessiver Gewaltszenen (Gehirne zu vernichten ist nunmal nicht der unblutigste Job ...) überraschende, jedoch sehr verdiente Erfolge. In den 1970er Jahren blieb Romero überwiegend dem Horrorgenre verhaftet, hielt sich aber zunächst vom Zombiethema fern. Doch obwohl Filme wie "Crazies" (1973) - von dem es 2010 ein gelungenes Remake gab - oder "Martin" (1977) inzwischen selbst einen kleinen Klassikerstatus haben, waren sie keine Kassenerfolge. Das sollte sich erst mit seinem zweiten Zombiefilm ändern: "Dawn of the Dead" aka "Zombie", in dem sich eine Gruppe von Überlebenden der Zombie-Apokalypse in einem Kaufhaus verbarrikadiert, wurde 1978 ein noch größeres popkulturelles Phänomen, sorgte ob noch viel größerer, von Romero gemeinsam mit Spezialeffekt-Legende Tom Savini realisierter Splatter-Exzesse aber auch für deutlich mehr Diskussionsstoff als "Die Nacht der lebenden Toten". Dennoch gilt der in mehreren, teils sehr unterschiedlichen Schnittfassungen erhältliche "Dawn of the Dead" - in Europa kam vorwiegend der vom italienischen Horror-Maestro und hier als Koproduzent beteiligten Dario Argento zusammengesetzte "Argento Cut" zum Einsatz, der ein höheres Tempo anschlägt und zugunsten der Action die Charakterentwicklung etwas in den Hintergrund rückt - vielen als Romeros bester Film (ich selbst bevorzuge knapp "Die Nacht der lebenden Toten").

Die 1980er Jahre eröffnete George A. Romero mit der leider etwas in Vergessenheit geratenen, aberwitzigen "König Artus"-Variation "Knightriders - Ritter auf heißen Öfen", in der eine (von Ed Harris angeführte) Motorrad-Gang ihr Geld verdient, indem sie mittelalterliche Ritterduelle auf Motorrädern austrägt. 1982 folgte der schwarzhumorige, kommerziell erfolgreiche Episodenfilm "Creepshow" (in Deutschland auch als "Die unheimlich verrückte Geisterstunde" bekannt), der fünf eigens von Stephen King geschriebene Horrorgeschichten erzählt (plus Prolog und Epilog) und mit namhaften Schauspielern wie Hal Holbrook, Adrienne Barbeau (die wenige Jahre zuvor gemeinsam in John Carpenters Grusel-Meisterwerk "The Fog - Nebel des Grauens" spielten) und Leslie Nielsen aufwarten konnte. Drei Jahre später ging es für Romero dann zurück zu den Zombies mit dem ambitionierten "Day of the Dead" ("Zombie 2"), in dem sich einige verbliebene Wissenschaftler und Militärs in einem Bunker verschanzt haben. An den Erfolg des Vorgängers konnte Romero damit allerdings nicht anknüpfen, auch die Kritiken fielen eher verhalten aus. Der qualitative Abwärtstrend Romeros war damit endgültig eingeleitet, seine nächsten Werke "Der Affe im Menschen" (1988), die zusammen mit Dario Argento in Italien verwirklichte Edgar Allen Poe-Adaption "Two Evil Eyes" (1990), die Stephen King-Verfilmung "Stark" (1993) sowie "Bruiser" (2000) fielen bestenfalls mittelmäßig aus. Daraus zog Romero seine Lehre und kehrte erneut zu den Untoten zurück - dank des großen Erfolges von Zack Snyders "Dawn of the Dead"-Remake im Jahr 2004 bekam Romero für sein "Land of the Dead" mit Dennis Hopper und einem jungen Simon Baker ("The Mentalist") sogar zum ersten und einzigen Mal in seiner Karriere ein größeres Budget ($15 Mio.) von einem Hollywood-Studio. Doch "Land of the Dead" lief ein Jahr nach Zack Snyders "Dawn of the Dead" zwar in den Kinos zu ordentlichen Kritiken einigermaßen solide, mehr aber auch nicht. Deshalb drehte er 2007 "Diary of the Dead" mit Handkamera im kostengünstigen Found Footage-Format, was aber angesichts mittelprächtiger Kritiken kaum noch jemand sehen wollte. Die erstmals richtig schlecht rezensierte Fortsetzung "Survival of the Dead" floppte 2009 komplett und setzte George A. Romeros Filmkarriere somit ein ebenso frühes wie unrühmliches Ende - mehr Erfolg hatte er 2014-2015 immerhin als Autor der Marvel-Comicreihe "Empire of the Dead". Die Zombies haben ihn eben nie losgelassen und der Einfluß seiner Zombiefilme auf die Popkultur kann nicht hoch genug eingeschätzt werden - ein späteres Massenphänomen wie "The Walking Dead", auch die zahllosen Zombieschnetzel-Computerspiele hätte es ohne Romeros Vorarbeit vielleicht nie gegeben.

Am 16. Juli 2017 starb George A. Romero im Alter von 77 Jahren im kanadischen Toronto an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung.
R.I.P. (auch wenn das in diesem speziellen Fall etwas komisch klingen mag ...)

TV-Tips für die Woche 29/2017

Montag, 17. Juli:
Arte, 20.15 Uhr: "Rote Laterne" (1991)
Das für den Auslands-OSCAR nominierte historische Drama von Meisterregisseur Zhang Yimou ("Hero", "House of Flying Daggers") zählt zu den Klassikern des anspruchsvollen chinesischen Kinos: Gong Li ("Miami Vice") brilliert in der Hauptrolle der jungen, ambitionierten Songlian, die in den 1920er Jahren schweren Herzens einwilligt, die vierte Frau des reichen Meister Chen zu werden, um ihre arme Familie finanziell zu unterstützen. Jede Ehefrau bewohnt einen eigenen Flügel des riesigen Anwesens, durch das Anbringen roter Laternen am jeweiligen Flügel zeigt Meister Chen, mit welcher Frau er die Nacht verbringen wird. Daß diejenige solange auch die Herrschaft über den gesamten Haushalt innehat, sorgt nicht für ein harmonisches Miteinander der vier Frauen ...

MDR, 22.50 Uhr: "Jappeloup - Eine Legende" (2013)
Free-TV-Premiere des französischen Sportfilms, der - ähnlich wie die Hollywood-Produktion "Seabiscuit" ein paar Jahre zuvor - die unwahrscheinliche, aber wahre Erfolgsgeschichte eines eigentlich zum Scheitern verurteilten Springreitpferdes erzählt. Bemerkenswerte 1,8 Millionen Franzosen wollten in den Kinos sehen, wie der eigentlich zu kleine und wilde Jappeloup in den 1980er Jahren mit seinem Reiter Pierre Durand (Guillaume Canet) sogar einen Olympiasieg erringen konnte.

Außerdem:
Prince of Persia (Jake Gyllenhaal als arabischer Prinz in einer der noch immer sehr wenigen kommerziell halbwegs erfolgreichen Computerspiel-Adaptionen - zu einer Fortsetzung reichte es jedoch trotzdem nicht; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)
Oblivion (ein nicht übermäßig innovativer, aber stimmungsvoller SciFi-Film mit Tom Cruise, Olga Kurylenko und Morgan Freeman; 22.15 Uhr im ZDF)

Dienstag, 18. Juli:
SuperRTL, 20.15 Uhr: "Stand By Me - Das Geheimnis eines Sommers" (1986)
Siehe meine Empfehlung von Juni 2016 für Rob Reiners exzellenten Coming of Age-Film nach Stephen King.

Samstag, 15. Juli 2017

Samstags-Update (28/2017)

Keine nennenswerten Veränderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende August:


Box Office-News:
Zwar herrscht in Deutschland endlich wieder kinofreundlicheres Wetter, allerdings können die Filme, die derzeit in den deutschen Lichtspielhäusern vertreten sind, nur vereinzelt im größeren Maßstab davon profitieren. Sehr gut sieht es weiterhin für "Ich - Einfach unverbesserlich 3" aus, der bereits am Startwochenende die anfänglichen Prognosen deutlich übertraf und sich auch am Folgewochenende mit über einer halben Million Zuschauern exzellent hält. Das bedeutet erneut die Spitzenposition in den Charts, denn "Spider-Man: Homecoming" kann hierzulande - anders als in den USA - nicht merklich von der Einbindung in das populäre Marvel Cinematic Universe (samt Nebenrolle für Robert Downey Jr. als Iron Man) profitieren und eröffnet mit eher enttäuschenden 300.000 bis 400.000 Besuchern. Das bewegt sich genau auf dem Niveau der beiden "The Amazing Spider-Man"-Filme mit Andrew Garfield, liegt aber meilenweit hinter Sam Raimis "Spider-Man"-Trilogie mit Tobey Maguire (deren schwächster Startwert bei über 850.000 Zuschauern beim dritten Teil lag!). Angesichts starker Kritiken können Sony und Marvel aber auf eine längere Laufzeit hoffen, wobei da natürlich auch das Wetter und die Konkurrenz (mit "Valerian" und "Planet der Affen 3" starten in den nächsten Wochen zwei Großproduktionen mit ähnlicher Zielgruppe) eine große Rolle spielen werden. Platz 3 geht diesmal an die deutsche Komödie "Das Pubertier", die sich gegenüber ihrem mäßigen Start deutlich steigern kann und an sechsstelligen Zuschauerzahlen kratzt.
In den USA erobert "Planet der Affen: Survival" bereits an diesem Wochenende die Kinos, kann jedoch trotz hervorragender Kritiken auch nicht den Trend der unter den Vorgängern bleibenden Blockbuster-Fortsetzungen durchbrechen. Immerhin reichen geschätzte $55 Mio. zur Führung in den Charts, der zweite Teil "Planet der Affen: Revolution" eröffnete aber noch mit $72,6 Mio., womit der Rückgang doch beträchtlich ist. Zum ersten Platz reicht es dennoch, weil "Spider-Man: Homecoming" am zweiten Wochenende stärker abbaut als angesichts der sehr guten Mundpropaganda erwartet und nur noch auf knapp $50 Mio. kommen sollte. Den dritten Rang sichert sich "Ich - Einfach unverbesserlich 3" mit knapp $20 Mio., während die Independent-Komödie "The Big Sick" mit OSCAR-würdigen Kritiken im Rücken nach zwei extrem starken Wochen im limitierten Einsatz auch bei der Erweiterung auf rund 2500 Kinos gut ankommt und mit $7,5 Mio. Platz 5 erreichen dürfte. Als ein Flop erweist sich dagegen der Horrorfilm "Wish Upon", der mit $5 Mio. nur auf dem siebten Rang anläuft. In Deutschland kommt "Wish Upon" am 27. Juli in die Kino, "Planet der Affen: Survival" folgt am 3. August, doch auf "The Big Sick" müssen wir bis zum 16. November warten.

Quellen:

Donnerstag, 13. Juli 2017

DIE VERFÜHRTEN (2017)

Originaltitel: The Beguiled
Regie und Drehbuch: Sofia Coppola, Musik: Phoenix
Darsteller: Nicole Kidman, Kirsten Dunst, Elle Fanning, Colin Farrell, Oona Laurence, Angourie Rice, Addison Riecke, Emma Howard, Wayne Pére
 Die Verführten
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 78% (7,2); weltweites Einspielergebnis: $8,8 Mio.
FSK: 12, Dauer: 93 Minuten.

Als die 11 Jahre alte Amy (Oona Laurence, "Elliot, der Drache") während des amerikanischen Bürgerkriegs im 18. Jahrhundert beim Pilzsammeln im Wald den schwer am Bein verwundeten Nordstaaten-Soldaten John McBurney (Colin Farrell, "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind") findet, bringt sie ihn in das nahegelegene Mädchenpensionat, in dem angesichts des Krieges außer ihr nur noch vier weitere Schülerinnen, die Lehrerin Edwina Morrow (Kirsten Dunst, "Melancholia") und die Leiterin Martha Farnsworth (Nicole Kidman, "Die Dolmetscherin") leben. Nach anfänglichem Zögern versorgt Martha die Wunde des Yankees und läßt sich von der Mehrzahl der Mädchen erweichen, John nicht gleich den eigenen Soldaten zu übergeben, sondern ihn zuerst ungestört im Pensionat genesen zu lassen. Der ausgesprochen charmante John sorgt aber schnell für ziemliche Turbulenzen im Haus, denn er macht allen schöne Augen und wird umgekehrt selbst zum Ziel lange verdrängter Begierden. Als John wieder weitgehend gesund ist, scheint eine Eskalation unvermeidbar …

Mittwoch, 12. Juli 2017

Neues aus Hollywood mit einer SciFi-Dystopie und Stalins Tod

Quentin Tarantino hat bekanntgegeben, wovon sein neunter und damit voraussichtlich vorletzter Film höchstwahrscheinlich handeln wird: Vom Serienmörder und Sektenführer Charles Manson und den von ihm und seiner "Familie" verübten Morden (u.a. an Roman Polanskis schwangerer Ehefrau Sharon Tate). Brad Pitt und Jennifer Lawrence sollen in Verhandlungen um Hauptrollen stehen, aber da noch kaum Details bekannt sind, werde ich erst zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich über das Projekt - dessen Dreharbeiten auch erst in einem Jahr beginnen sollen - berichten. Dafür habe ich zwei weitere Hollywood-News zu bieten:

  • Eigentlich war Regisseur Doug Liman nie als außerordentlicher Vielfilmer bekannt - meist dauerte es zwei bis drei Jahre zwischen seinen einzelnen Regiearbeiten (zu denen "Go", "Die Bourne Identität" und "Mr. & Mrs. Smith" zählen). Seit dem Erfolg mit dem Zeitreise-SciFi-Spektakel "Edge of Tomorrow" scheint er jedoch geradezu arbeitswütig geworden zu sein. Kürzlich brachte er in den USA das ungewöhnliche Drei-Personen-Kriegskammerspiel "The Wall" mit Aaron Taylor-Johnson und John Cena in die Kinos, im August (in Deutschland am 7. September) folgt bereits das Action-Abenteuer "Barry Seal: Only in America" mit Tom Cruise, zudem sind einige Filme (darunter die "Edge of Tomorrow"-Fortsetzung "Live Die Repeat and Repeat") in Vorbereitung. Sein nächstes Projekt wird wohl der postapokalyptische Science Fiction-Thriller "Chaos Walking", der mit mehrjähriger Verspätung (ich berichtete erstmals 2012, damals war jedoch nur der Drehbuch-Autor bekannt) endlich in die Produktionsphase übergeht und für den nun der 1. März 2019 als US-Starttermin festgelegt wurde. Die Adaption des ersten Teils der erfolgreichen Romantrilogie von Patrick Ness spielt in einer dystopischen Zukunft und auf einem fremden, von der Menschheit kolonisierten Planeten, auf dem als Folge eines Virus vermeintlich alle Frauen gestorben sind und jeder Mann die Gedanken aller Mitmenschen hören kann respektive muß, was erwartungsgemäß nicht die allerbesten Auswirkungen auf die psychische Gesundheit vieler Personen hat. Protagonist ist der fast erwachsene Todd, der als einziger Jugendlicher in einer Ortschaft voller Männer aufwächst, bis er ein gut gehütetes Geheimnis lüftet und mit seinem Hund davonrennt. Auf der Flucht trifft er auf die schweigsame junge Frau Viola, mit der er sich zusammentut. Diese beiden Hauptrollen werden von zwei Schauspielern verkörpert, die noch vor zwei, drei Jahren kaum jemand kannte, inzwischen aber echte Hollywood-Stars sind: Tom Holland ("Spider-Man: Homecoming") und Daisy Ridley ("Star Wars Episode VII"). Das Drehbuch hat der auch bereits im Filmbereich tätige Ness (er adaptierte bereits seinen eigenen Roman "Sieben Minuten nach Mitternacht" und schrieb die gesamte erste Staffel des britischen "Doctor Who"-Spin-Offs "Class") mit John Lee Hancock ("Saving Mr. Banks") und OSCAR-Gewinner Charlie Kaufman ("Vergiß mein nicht") geschrieben. Die Dreharbeiten zu "Chaos Walking" sollen diesen Sommer starten.

  • Anhänger rabenschwarzen politischen Humors dürften mit ziemlicher Sicherheit den schottischen Drehbuch-Autor und Regisseur Armando Iannucci kennen, denn mit den beiden Serien "The Thick of It" (2005-2012) in Großbritannien und "Veep - Die Vizepräsidentin" (seit 2012) in den USA hat er zwei mit unzähligen Auszeichnungen bedachte TV-Serien geschaffen, die sich bissig mit der Politik auseinandersetzen. Und auch bei seinem bis dato einzigen Kinofilm "Kabinett außer Kontrolle" (ein "The Thick of It"-Spin-Off von 2009) blieb Iannucci in seiner thematischen Wohlfühlzone. So gesehen kann es kaum überraschen, daß auch sein zweiter Kinofilm als Autor und Regisseur sich um Politik dreht, dennoch dürfte das Projekt sich recht deutlich von Iannuccis bisherigem Schaffen unterscheiden. Denn "The Death of Stalin" ist die Adaption einer satirischen französischen Graphic Novel von Fabien Nury, in der es - Nomen est Omen - um die Irrungen, Wirrungen, Intrigen und Machtkämpfe in der sowjetischen Hochpolitik nach dem relativ überraschenden Tod (immerhin war er schon 74) Josef Stalins 1953 infolge eines Schlaganfalls geht. Hauptrollen spielen Steve Buscemi ("The Big Lebowski", als der spätere Staatschef Chruschtschow), Monty Python-Legende Michael Palin (als späterer Außenminister Molotov), Rupert Friend ("Stolz und Vorurteil") und Andrea Riseborough ("Nocturnal Animals", als Stalins Kinder) sowie Jason Isaacs ("Herz aus Stahl"), Olga Kurylenko ("Oblivion"), Jeffrey Tambor ("Hangover"), Simon Russell Beale ("My Week with Marilyn") und Paddy Considine ("Macbeth"). Die Dreharbeiten in England und der Ukraine sind bereits abgeschlossen, in Großbritannien wird "The Death of Stalin" am 20. Oktober 2017 in die Kinos kommen.

Quellen:

Montag, 10. Juli 2017

TV-Tips für die Woche 28/2017

Montag, 10. Juli:
ARD, 20.15 Uhr: "Madame Mallory und der Duft von Curry" (2014)
Free-TV-Premiere von Lasse Hallströms ("Lachsfischem im Jemen") leichtfüßiger Tragikomödie über die französische Starköchin Madame Mallory (Helen Mirren), die sich durch ein indisches Restaurant, das direkt gegenüber ihres Restaurants von indischen Immigranten eröffnet wird, herausgefordert fühlt und einen Koch-Kleinkrieg anzettelt.

Arte, 22.25 Uhr: "Dohee - Weglaufen kann jeder" (2014)
Free-TV-Premiere des südkoreanischen Krimidramas über eine trunksüchtige Polizistin (Doona Bae aus "Cloud Atlas" und der Netflix-Serie "Sense8") und Kindesmißbrauch - der eher nach einer Komödie klingende deutsche Untertitel ist also mehr als irreführend ...

ZDF, 23.50 Uhr: "Rammbock" (2010)
Ein deutscher Zombiefilm? Und ein guter noch dazu? Ja, das gibt's! Der vom ZDF koproduzierte 60-Minüter des österreichischen Regisseurs Marvin Kren ("Blutgletscher") ist zwar alles andere als originell, setzt den Zombieausbruch in einem Berliner Wohnblock allerdings sehr spannend, actionreich (wenn auch ohne größere Splatter-Einlagen) und vor allem atmosphärisch in Szene.

Außerdem:
Dracula Untold (Free-TV-Premiere der soliden, jedoch überraschungsarmen "Dracula Begins"-Geschichte mit Luke Evans; 22.15 Uhr im ZDF)
Open Range (Oldschool-Western von und mit Kevin Costner mit einem fabelhaften Showdown; 23.30 Uhr im HR)

Dienstag, 11. Juli:
Tele 5, 22.00 Uhr: "God Bless America" (2011)
In der rabenschwarzen und ziemlich deftigen Komödie des amerikanischen Komikers Bobcat Goldthwait läuft ein todkranker Versicherungsverkäufer Amok und hat es auf seinem Weg quer durch die USA ganz konkret auf Menschen abgesehen, die ihn tierisch nerven (speziell Reality-TV-Darsteller) ...

BR, 22.30 Uhr: "Scientology - Ein Glaubensgefängnis" (2015)
Die hochgelobte Doku von OSCAR-Gewinner Alex Gibney ("Taxi to the Dark Side") wurde mit drei Emmys ausgezeichnet und beleuchtet anhand der Berichte von acht Aussteigern (darunter der doppelt OSCAR-prämierte Drehbuch-Autor und Regisseur Paul Haggis) das Innenleben der Sekte mit den bekannt guten Hollywood-Connections - die ihrerseits wenig überraschend alles als Lügengeschichten abtut.

Samstag, 8. Juli 2017

Samstags-Update (27/2017)

Die einzige nennenswerte Änderung im deutschen Kinostartplan bis Ende August ist, daß die Doku "David Lynch: The Art Life" einen Starttermin Ende August gefunden hat:


Box Office-News:
Es ist dieses Jahr wirklich wie verhext, immer am Wochenende sind die heißesten Tage, die für richtig miese Kinozahlen sorgen. Diese Woche sorgt das dafür, daß maximal zwei Werke auf sechsstellige Zuschauerzahlen kommen werden, wobei der 3D-Animationsfilm "Ich - Einfach unverbesserlich 3" weitaus mehr Besucher zählen wird als alle anderen Filme zusammen. Wie viele genau, ist schwer vorherzusagen, die InsideKino-Hochrechnung geht aber von mindestens 600.000 aus, es können jedoch auch deutlich mehr werden. So oder so ein starkes Ergebnis, das die beiden direkten Vorgänger (knapp 440.000 respektive über 520.000) in den Schatten stellt, allerdings unter dem Spin-Off "Minions" (fast 935.000!) bleiben wird. Der zweite Platz geht an "Transformers 5" mit etwa 100.000 Kinogängern, während der zweite breite Neustart der Woche - die deutsche Bestsellerverfilmung "Das Pubertier" - mit über 50.000 Zuschauern zwar eher enttäuscht, aber zumindest noch knapp den dritten Rang (vor "Girls' Night Out" und "Baywatch") retten könnte.
In den USA übertrifft das erneute "Spider-Man"-Reboot mit dem Untertitel "Homecoming" die beiden "The Amazing Spider-Man"-Filme mit Andrew Garfield und eröffnet mit mindestens $115 Mio. klar über den sowieso schon hohen Erwartungen - die starken Kritiken waren dafür sicher ebenso hilfreich wie die erstmalige Einbindung in das Marvel Cinematic Universe inklusive heftig beworbener Nebenrolle für Robert Downey Jr. alias Tony Stark alias Iron Man. Sam Raimis sensationelles "Spider-Man 3"-Startergebnis von $151,1 Mio. bleibt aber unerreicht. Auf Platz 2 hält sich "Ich - Einfach unverbesserlich 3" nach dem leicht enttäuschenden Start nun ziemlich gut mit einem Rückgang um die Hälfte auf klar über $35 Mio. (normal wären 55% gewesen). Rang 3 geht an Edgar Wrights Überraschungserfolg "Baby Driver" mit $12-13 Mio. am zweiten Wochenende. Knapp dahinter hält sich "Wonder Woman" trotz der starken neuen Konkurrenz ein weiteres Mal sensationell mit einem Rückgang um ein Drittel auf gut $10 Mio. - damit wird die Amazonenprinzessin "Guardians of the Galaxy 2" im Endergebnis übertrumpfen und somit zum erfolgreichsten Sommerblockbuster des Jahres 2017 in den USA werden (falls nicht noch etwas nachkommt - Spidey hat nach diesem Start durchaus Chancen). In Deutschland erobert "Spider-Man: Homecoming" am kommenden Donnerstag die Leinwände.

Quellen:

Mittwoch, 5. Juli 2017

WONDER WOMAN (3D, 2017)

Regie: Patty Jenkins, Drehbuch: Allan Heinberg, Musik: Rupert Gregson-Williams
Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Danny Huston, Connie Nielsen, Robin Wright, Elena Anaya, David Thewlis, Saïd Taghmaoui, Ewen Bremner, Eugene Brave Rock, Lucy Davis, Lisa Loven Kongsli, Ann Wolfe, Florence Kasumba, Ann Ogbomo, Doutzen Kroes, Eleanor Matsuura, Wolf Kahler, James Cosmo, Rainer Bock, Martin Bishop, Rachel Pickup, Zack Snyder
 Wonder Woman
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: 92% (7,5); weltweites Einspielergebnis: $713,9 Mio.
FSK: 12, Dauer: 136 Minuten.

Als der griechische Gott des Krieges Ares den Kampf gegen das Pantheon wagte und einen Gott nach dem anderen tötete, konnte Göttervater Zeus ihn gerade noch niederschlagen – aber nicht vernichten. Mit letzter Kraft schuf Zeus eine Art Tarnmantel für die Insel Themyscira, auf der die von ihm als Beschützer der Menschheit geschaffenen Amazonen leben, sodaß sie vor Ares sicher sind, wenn dieser wieder zu Kräften gekommen ist und die Menschheit endgültig vernichten will. Dieser Zeitpunkt scheint gekommen, als im Jahr 1918 der britische Spion Steve Trevor (Chris Pine, "Hell or High Water") mit seinem schwer beschädigten Flugzeug durch die unsichtbare Grenze zu dem kriegerischen Frauenvolk hindurch direkt vor der Küste ins Meer abstürzt – gerettet wird er von der durch Zufall anwesenden Diana (Gal Gadot, "Fast & Furious 4-7"), der kampfstarken Tochter von Königin Hippolyta (Connie Nielsen, "Gladiator") und Zeus höchstpersönlich. Nach einer ersten blutigen Begegnung mit den Steve verfolgenden deutschen Truppen sowie seinen erschreckenden Erzählungen vom "Krieg, der alle Kriege beenden soll" kommen die Amazonen-Heerführerin Antiope (Robin Wright, "A Most Wanted Man") und Diana zu dem Schluß, daß Ares hinter diesem Konflikt stehen muß und die Zeit für die Amazonen, wieder die Welt der Menschen zu betreten, gekommen ist. Da ihre Mutter Zweifel hegt, macht sich Diana heimlich mit Steve auf den Weg nach London, wobei sie das "Lasso der Wahrheit" und das legendenumwobene Schwert "Gotttöter" mit sich nimmt …

Montag, 3. Juli 2017

TV-Tips für die Woche 27/2017

Montag, 3. Juli:
Arte, 20.15 Uhr: "Meuterei am Schlangenfluß" (1952)
In Anthony Manns unterhaltsamem Western-Klassiker spielt James Stewart den Anführer eines Siedlertrecks, der von seiner nicht wirklich blütenreinen Vergangenheit eingeholt wird.

Arte, 21.45 Uhr und 23.40 Uhr: "Shining" (1980) und "Room 237" (2012)
Siehe meine Empfehlung von Oktober 2015 für Stanley Kubricks kultige Stephen King-Adaption mit Jack Nicholson. Direkt im Anschluß zeigt Arte die Free-TV-Premiere der preisgekrönten Doku "Room 237", die einige Hardcore-Fans Kubricks und ihre (teilweise absurden, aber stets unterhaltsamen) Interpretationsansätze des Films vorstellt.

Außerdem:
The Imitation Game (Free-TV-Premiere des OSCAR-prämierten britischen Historiendramas über den von Benedict Cumberbatch stark verkörperten Mathematiker Alan Turing, der im Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Entschlüsselung von Nazi-Codes beteiligt war; 20.15 Uhr in der ARD)
Flying Swords of Dragon Gate (launiges Martial Arts-Spektakel von Tsui Hark, das vor allem mit der kunstvoll choreographierten, u.a. von Jet Li ausgeführten Kampfsequenzen punktet; 20.15 Uhr bei Tele 5)
Lucy (Free-TV-Premiere von Luc Bessons auf einer wissenschaftlich hanebüchenen Prämisse basierendem, allerdings grandios inszenierten SF-Actionfilm mit Scarlett Johansson als etwas anderer Superheldin; 22.15 Uhr im ZDF)

Dienstag, 4. Juli:
Zee.One, 20.15 Uhr: "Aligarh - Kampf um Gerechtigkeit" (2015)
Free-TV-Premiere des preisgekrönten indischen Biopic-Dramas über den renommierten Prof. Siras, der aus "moralischen Gründen" suspendiert wurde, als seine Homosexualität öffentlich wurde.

3sat, 23.55 Uhr: "Rächer der Unterwelt" (1946)
Siehe meinen TV-Tip von Januar 2016 für den Film Noir-Klassiker mit Burt Lancaster und Ava Gardner.

Außerdem:
Daybreakers (mittelmäßiger Vampirfilm mit originellen Ansätzen und guter Besetzung inklusive Ethan Hawke und Willem Dafoe; 22.00 Uhr bei Pro7Maxx)

Mittwoch, 5. Juli:
ARD, 20.15 Uhr: "Birnenkuchen mit Lavendel" (2015)
Free-TV-Premiere der französischen romantischen Komödie, die in Deutschland mit 700.000 Zuschauern einen guten Erfolg feierte. Die junge Witwe und zweifache Mutter Louise (Virginie Efira) hat als Obstbäuerin mit schweren finanziellen Problemen zu kämpfen, als ihr auch noch Pierre (Benjamin Lavernhe) vors Auto läuft. Der Unfall verläuft glimpflich, aber die fürsorgliche Louise nimmt ihn dennoch mit nach Hause, um ihn zu verarzten. Wie sich herausstellt, hat Pierre das Asperger-Syndrom, was ihn nicht eben zur unkompliziertesten Gesellschaft macht - Pierre gefällt es aber bei Louise und ihren Kindern und er will am liebsten bleiben ...