Empfohlener Beitrag

In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Donnerstag, 24. Januar 2013

MOVIE 43 (2013)

Regie: Elizabeth Banks, Steven Brill, Steve Carr, Rusty Cundieff, James Duffy, Griffin Dunne, Peter Farrelly, Patrik Forsberg, James Gunn, Bob Odenkirk, Brett Ratner und Jonathan van Tulleken, Musik: Billy Goodrum
Darsteller: Kate Winslet, Hugh Jackman, Anna Faris, Chris Pratt, Emma Stone, Kieran Culkin, Naomi Watts, Liev Schreiber, Jeremy Allen White, Justin Long, Uma Thurman, Jason Sudeikis, Kristen Bell, Bobby Cannavale, Leslie Bibb, Richard Gere, Kate Bosworth, Aasif Mandvi, Chloë Grace Moretz, Jimmy Bennett, Christopher Mintz-Plasse, Seann William Scott, Gerard Butler, Johnny Knoxville, Halle Berry, Stephen Merchant, Terrence Howard, Elizabeth Banks, Fisher Stevens, Josh Duhamel
 Movie 43
(2013) on IMDb Rotten Tomatoes: 4% (2,2); weltweites Einspielergebnis: $32,4 Mio.
FSK: 16, Dauer: 94 Minuten.

Zwei nicht allzu intelligente Teenager werden von einem kleinen Computergenie vorgeführt und wollen sich dafür rächen. Als Ablenkungsmanöver lassen sie den Nachwuchs-Hacker nach einem angeblichen Internet-Clip namens "Movie 43" suchen, der ultrageheim und extrem gefährlich sein soll. Bei seinen Recherchen stößt der Junge jedoch zuerst einmal auf jede Menge höchst obskurer Videos ...

Kritik:
Normalerweise informiere ich mich sehr genau über die wahrscheinliche Qualität eines Films, bevor ich ihn mir im Kino anschaue. Auf diese Weise lassen sich selbst für einen Vielseher wie mich echte Enttäuschungen größtenteils vermeiden. Als ich jedoch Monate vor dem Kinostart die Besetzungsliste der zotigen Episodenkomödie "Movie 43" sah, beschloß ich, den Film möglichst uninformiert zu sehen und mich auf diese Weise einfach überraschen zu lassen. Meine Lehre aus diesem Experiment: In Zukunft werde ich mich wieder besser informieren. Eine kleine Übersicht über die einzelnen Episoden samt Bewertung:

- "The Catch": Beth (Kate Winslet) läßt sich auf ein Blind Date mit dem beruflich erfolgreichen, allseits begehrten Junggesellen Davis (Hugh Jackman) ein. Leider hat dieser einen "kleinen" Schönheitsfehler, den außer Beth niemand wahrzunehmen scheint.
Diese kurze Episode wird von vielen deutschsprachigen Zuschauern als versaute Variante von Loriots berühmtem Nudel-Sketch bezeichnet. In der Tat lassen sich strukturelle Ähnlichkeiten kaum leugnen. Dank Winslet und Jackman macht das halbwegs Spaß, an Loriot kommt es aber natürlich nicht heran. 6 Punkte.
- "Homeschooled": Das Ehepaar Robert (Liev Schreiber) und Samantha (Naomi Watts) unterrichtet Sohn Kevin (Jeremy Allen White) zuhause und nimmt seine Aufgabe sehr ernst. Dazu zählt auch und vor allem, dafür zu sorgen, daß Kevin all die peinlichen Erlebnisse, die das Teenagerdasein so leidvoll machen können, nicht verpaßt – und das, ohne das Haus zu verlassen.
Schöne Idee, gut gespielt, aber letztlich zu übertrieben und ausgewalzt. 6,5 Punkte.
- "The Proposition": Vanessa (Anna Faris) und Jason (Chris Pratt) sind so glücklich verliebt, daß Vanessa einen ultimativen, äh, Vertrauensbeweis liefert.
Fast alle Episoden von "Movie 43" überschreiten phasenweise die Geschmacksgrenze nach unten, doch "The Proposition" verschwindet nach den ersten zehn Sekunden so tief im Niveaukeller, daß besagte Geschmacksgrenze nicht einmal mehr am Horizont zu erkennen ist. Diese Episode ist buchstäblich Scheiße. 1 Punkt.
- "Veronica": Supermarktkassierer Neil (Kieran Culkin) erhält bei der Arbeit Besuch von seiner off-/on-Freundin Veronica (Emma Stone), woraus sich ein ebenso temporeicher wie geschmackloser verbaler Schlagabtausch ergibt.
Trotz Emma Stone: "Veronica" ist einfach nur überflüssig. 3 Punkte.
- "Super Hero Speed Dating": Robin (Justin Long) will auch mal ein Mädel klarmachen, doch Batman (Jason Sudeikis) funkt ihm ständig dazwischen und vergrault höchst effektiv Lois Lane (Uma Thurman) ebenso wie Supergirl (Kristen Bell) und Wonder Woman (Leslie Bibb).
Toller Ansatz, recht unterhaltsam umgesetzt, aber erneut unnötig zotig. 7 Punkte.
- "iBabe": Ein neuer MP3-Player in Form einer wunderschönen Frau sorgt für Freude in der männlich dominierten Vorstandsriege (samt Richard Gere als Unternehmenschef), nur Arlene (Kate Bosworth) erkennt die entscheidende Problematik des Produkts.
Der eine Gag, auf dem diese Episode basiert, würde als Zwei-Zeilen-Stammtischwitz möglicherweise funktionieren, für ein fünfminütiges Segment ist er viel zu dünn und vorhersehbar. 3 Punkte.
- "Middleschool Date": Die 13-jährige Amanda (Chloë Grace Moretz) bekommt unverhofft ihre erste Periode und sorgt damit für grenzenlose Panik bei den ausschließlich männlichen Anwesenden.
Das von Schauspielerin Elizabeth Banks ("Die Tribute von Panem") inszenierte Segment ist das einsame Highlight von "Movie 43" – wäre der restliche Film doch nur wenigstens halb so witzig und liebenswert ... 9 Punkte.
- "Truth or Dare": Emily (Halle Berry) und Donald (Stephen Merchant) beschließen, ihr Blind Date durch das Spiel "Wahrheit oder Pflicht" aufzupeppen.
Witzige Slapstick-Episode, die inhaltlich vergleichsweise zahm bleibt, aber unter richtig miesem Makeup leidet. 6,5 Punkte.
- "Happy Birthday": Pete (Johnny Knoxville) hat mit der Freundin seines besten Freundes Brian (Seann William Scott) geschlafen und schenkt diesem als Wiedergutmachung einen gefangenen Leprechaun (Gerard Butler), dem sie seinen Topf voller Goldmünzen abnehmen wollen – notfalls mit Gewalt.
Die zweitbeste Episode von "Movie 43". 7,5 Punkte.
- "Victory's Glory": Im Jahr 1959 versucht der Basketball-Trainer Coach Jackson (Terrence Howard), seinem ausschließlich aus Schwarzen bestehenden Team klarzumachen, daß es vor der Begegnung mit einer rein weißen Mannschaft keinerlei Angst zu haben braucht.
Nettes Spiel mit Rassen- und Sportfilmklischees. 7 Punkte.
- "Beezel": Amy (Elizabeth Banks) legt sich mit dem eifersüchtigen (Zeichentrick-)Kater ihres Freundes Anson (Josh Duhamel) an – schwerer Fehler!
Und erneut: Nette Grundidee (mit "Ted"-Anleihen), zu geschmacklos umgesetzt. 3,5 Punkte.
- Die durchgeknallte Rahmenhandlung hat ein paar nette Gags zu bieten. 6 Punkte.
Dazu kommen noch ein paar Minisegmente, außerdem scheint es in den USA eine andere Rahmenhandlung (mit Dennis Quaid und Seth MacFarlane) zu geben, jedenfalls ist die anstelle der Teenagergeschichte bei IMDB und Wikipedia angegeben.

Fazit: "Movie 43" ist eine gewollt geschmacklose und meist hemmungslos übertriebene Episodenkomödie, die ein paar richtig gute Gags zu bieten hat, aber auch definitiv zu viele Rohrkrepierer, um insgesamt zu überzeugen. Fans von "Scary Movie" und Co. könnten trotzdem daran Gefallen finden. Wie die Filmemacher aber ein dermaßen beeindruckendes Staraufgebot für dieses halbseidene Machwerk auftreiben konnten, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben ...

Wertung: Bei gleicher Gewichtung aller aufgeführten Episoden ergibt sich ein Durchschnittswert von immerhin 5,5 Punkten. Da die Segmente aber unterschiedlich lang sind und einige besonders schlechte überdurchschnittlich "gut" in Erinnerung bleiben, sind mehr als 4 Punkte einfach nicht drin.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen