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Dienstag, 25. Februar 2014

Kurz-Nachruf: Harold Ramis (1944-2014)

Es kommt mir langsam wirklich fast so vor, als würde ich nur noch Nachrufe schreiben, aber den Tod des Schöpfers einer der wunderbarsten romantischen Komödien aller Zeiten kann ich nicht einfach ignorieren: Harold Ramis, Regisseur und Co-Autor von "Und täglich grüßt das Murmeltier" mit Bill Murray und Andie MacDowell, ist gestern, am 24. Februar 2014, in seiner Heimatstadt Chicago mit erst 69 Jahren an den Folgen einer schweren Autoimmunerkrankung verstorben.

Den meisten Menschen dürfte Ramis, der zu Beginn seiner Karriere u.a. als Witze-Redakteur für den "Playboy" arbeitete (!), jedoch vor allem als Comedy-Schauspieler bekannt sein. Denn als schlaksiger Dr. Egon Spengler war Ramis ein teil der legendären "Ghostbusters" in zwei Filmen, die ihm an der Seite von Bill Murray, Dan Aykroyd, Rick Moranis, Ernie Hudson und Sigourney Weaver weltweite Berühmtheit einbrachten. Gemeinsam mit Aykroyd verfaßte er auch die Drehbücher zu den beiden Komödienklassikern. Bis zum Jahr 2009, kurz bevor seine Krankheit diagnostiziert wurde, war Ramis immer wieder mal in Nebenrollen zu sehen, etwa in "Besser geht's nicht" oder "Beim ersten Mal", doch seine wahre Berufung fand er hinter der Kamera. Bereits vor den "Ghostbusters" (1984) war er längere Zeit ein Teil der berühmten "National Lampoon"-Comedytruppe und hatte in dieser Funktion im Jahr 1980 den kultigen Golf-Slapstickfilm "Caddyshack" mit Chevy Chase und Bill Murray gedreht. Mit "Die schrillen Vier auf Achse", dem ersten Abenteuer der vor allem in den USA legendären Familie Griswold rund um den von Chevy Chase verkörperten Vater (in Deutschland ist die zweite Fortsetzung namens "Schöne Bescherung" jedes Jahr im Weihnachts-TV-Programm zu finden) folgte drei Jahre darauf ein weiterer moderner Klassiker des Genres.

Doch sein Meisterstück sollte erst 1993 folgen, mit dem erwähnten "Und täglich grüßt das Murmeltier". Die unfaßbar liebenswerte, aber nie zu zuckrig erzählte Geschichte über den miesepetrigen TV-Meteorologen Phil Connors (Ramis' langjähriger Weggefährte Bill Murray in einer Glanzrolle), der vor Ort in der amerikanischen Kleinstadt Punxsutawney, deren provinzielle Gemütlichkeit er vom ersten Augenblick an haßt, vom sogenannten "Murmeltiertag" berichten soll, dann aber in eine Zeitschleife gerät, die ihn diesen einen Tag immer und immer wieder durchleben läßt, hat Millionen Menschen weltweit verzaubert. Die originelle und innovativ verfilmte Geschichte wirkt in ihrer lebensbejahenden Botschaft ein bißchen wie ein modernes Update von Frank Capras 1940er Jahre-Weihnachtsklassiker "Ist das Leben nicht schön?" und hat in den letzten 20 Jahren selbst unzählige Filme und TV-Serien inspiriert (siehe IMDB: Movie Connections).

Diese Klasse sollte Ramis leider nie wieder erreichen. Seine folgenden Filme waren abgesehen von dem Überraschungshit "Reine Nervensache" mit Robert De Niro als therapiereifem Mafioso kaum noch bemerkenswert. Aber wenn man ein wahres Wunderwerk wie "Und täglich grüßt das Murmeltier" geschaffen hat und zudem noch "Ghostbusters" und "Caddyshack" in seinem Lebenslauf stehen hat, ist das mehr als genug für einen prominenten Platz in der Geschichte des Kinos.

R.I.P., Harold Ramis.

1 Kommentar:

  1. Habe ich heute früh im Radio gehört und war ziemlich mitgenommen. Ramis ist einer meiner kleinen großen Filmhelden. Bin eben ein Kind der 80er. Viele schöne Klassiker.

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