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Montag, 17. November 2014

Neues aus Hollywood (46/2014) & OSCAR-News

Als deutschsprachiger Kinofan konnte man sich vergangene Woche gleich doppelt über die Anerkennung für hiesige Schauspieler im internationalen Filmgeschäft freuen: Der zweifache OSCAR-Gewinner Christoph Waltz soll im nächsten James Bond-Film mitspielen, während Daniel Brühl als Bösewicht für den dritten "Captain America"-Film mit dem Untertitel "Civil War" engagiert wurde. Das erwähne ich vor den eigentlichen Meldungen, da erstens die Verpflichtung von Waltz noch nicht offiziell bestätigt wurde (und auch nicht ganz klar ist, ob er wirklich, wie allseits vermutet, einen Schurken spielen wird) und zweitens auch über Brühls Rolle noch nichts außer ihrer finsteren Gesinnung bekannt ist. Damit zu zwei kommenden Projekten, über die es schon etwas mehr zu berichten gibt:

  • Ex-Wrestler Dwayne Johnson ist und bleibt einer der derzeit beliebtesten Action-Helden in Hollywood. Damit das auch so bleibt (woran sich aber schon durch seine fortgesetzte Mitwirkung an den "Fast & Furious"-Filmen sowieso nicht so schnell etwas ändern dürfte), sucht er fleißig nach weiteren neuen Rollen, in denen er seine Kampffertigkeiten ebenso wie sein Charisma ausspielen kann. Und da einer seiner ersten Kinoerfolge als Hauptdarsteller 2003 die Buddy-Actionkomödie "Welcome to the Jungle" war, will er dieses in den 1980er Jahren so richtig in Fahrt gekommene und zuletzt mit "21 Jump Street" und Fortsetzung wieder erfolgreiche Subgenre einmal mehr aufleben lassen. In "Central Intelligence" spielt Johnson einen früheren Schulversager, der als Erwachsener ganz erheblich besser zurechtkommt und als Auftragskiller für die CIA arbeitet. Kurz vor einem Klassentreffen meldet er sich bei der damaligen, inzwischen als Buchhalter arbeitenden Sportskanone (verkörpert von Comedian Kevin Hart, "Ride Along"), deren Hilfe er braucht, um den Verkauf von Militärgeheimnissen zu vereiteln. Der erste Drehbuch-Entwurf stammt von David Stassen und Ike Barinholtz (TV-Serie "The Mindy Project"), Sean Anders und John Morris ("Wir sind die Millers") haben ihn überarbeitet. Momentan feilt Regisseur Rawson Marshall Thurber ("Wir sind die Millers", "Voll auf die Nüsse") am letzten Feinschliff. "Hangover"-Star Ed Helms ist als Produzent tätig und wird wohl auch eine kleine Rolle vor der Kamera übernehmen. Die Dreharbeiten sollen im Frühjahr 2015 beginnen, womit ein Kinostart Anfang 2016 realistisch erscheint.

  • Dwayne Johnson mag ein vielbeschäftigter Mann sein, doch an das derzeitige Arbeitspensum von Ben Affleck dürfte auch er nicht herankommen. Aktuell ist der zweimalige OSCAR-Gewinner (als Drehbuch-Autor für "Good Will Hunting", als Produzent für "Argo") schwer mit den Dreharbeiten für "Batman v. Superman: Dawn of Justice" beschäftigt, auch in weiteren Blockbustern soll er den "Dunklen Ritter" verkörpern. Zudem arbeitet Affleck am Drehbuch zu der für das Jahr 2016 geplanten Dennis Lehane-Adaption "Live by Night" (einem während der Prohibition spielenden Gangsterfilm), bei der er auch Regie führen, produzieren und die Hauptrolle spielen wird. Und als wäre das noch nicht genug, hat der "Gone Girl"-Star auch noch die Titelrolle in dem Action-Thriller "The Accountant" angenommen. Wobei hier der Buchhalter-Job nur sein Tagwerk ist, nachts betätigt er sich Auftragsmörder. Ja, irgendwie scheinen diese beiden ungleichen Professionen nach Hollywood-Ansicht wohl zusammenzugehören ... Weitere Darsteller sind offiziell noch nicht besetzt, allerdings befinden sich Anna Kendrick ("Up in the Air"), J.K. Simmons ("Juno") und Jon Bernthal ("Herz aus Stahl", TV-Serie "The Walking Dead") in Verhandlungen für tragende Rollen. Das Drehbuch zu "The Accountant" hat Bill Dubuque geschrieben, der gerade mit dem Justiz- und Familiendrama "Der Richter" mit Robert Downey Jr. seinen ersten Schritt im Filmgeschäft hinter sich gebracht hat. Regie wird Gavin O'Connor ("Warrior") führen, die Dreharbeiten sollen bereits im Januar losgehen. Damit dürfte ein Kinostart im Herbst 2015 wahrscheinlich sein.


  • Abschließend noch ein erster Vorgeschmack auf die kommende OSCAR-Saison: Traditionell hat ja stets der vom National Board of Review verliehene NBR Award Ende November oder Anfang Dezember den Reigen an Preisverleihungen eingeleitet (sofern man die kurz vorher stattfindenden, jedoch auf Independent-Produktionen beschränkten Gotham Awards nicht berücksichtigt). Seit ein paar Jahren haben sich die New Yorker Filmkritiker um einen Tag vorgedrängelt. Und nun versucht der US-TV-Sender CBS ("NCIS", "Person of Interest", "Good Wife"), den ganzen Zirkus noch mal um zwei Wochen vorzuziehen. Zwar gibt es die Hollywood Film Awards bereits seit 1997, dieses Jahr wurden sie jedoch zum ersten Mal live im Fernsehen übertragen und damit, ehrlich gesagt, erstmals wirklich wahrgenommen. Allerdings nicht gerade positiv, denn die Veranstaltung soll ein ziemliches Debakel gewesen sein (nicht nur, weil Johnny Depp als Laudator mit einem wirren, benebelt wirkenden Auftritt für Negativ-Schlagzeilen sorgte). Dennoch sind die Ergebnisse nicht ganz uninteressant: So gewann David Finchers Thriller-Drama "Gone Girl" den Hauptpreis für den besten Film des Jahres sowie den Drehbuch-Award. Die Experten sind sich noch unsicher, wie gut "Gone Girl" in der Awards Season und speziell bei den OSCAR-Nominierungen abschneiden wird, aber er zählt jedenfalls durchaus zu den Mitfavoriten; eine Stellung, der diese frühen Auszeichnungen sicher nicht schaden werden. Heimlicher Gewinner des Abends war jedoch mit dem britischen Drama "The Imitation Game" ein anderer OSCAR-Mitfavorit. Benedict Cumberbatch wurde für seine Verkörperung des genialen Mathematikers Alan Turing, der im Zweiten Weltkrieg entscheidend mithalf, die Codierung der Nazis zu entschlüsseln, später aber wegen seiner Homosexualität starke Repressalien erleiden mußte, mit dem Darstellerpreis belohnt. Zusätzlich wurde der Norweger Morten Tyldum für die Regie ausgezeichnet, Keira Knightley als beste Nebendarstellerin und Alexandre Desplat für die beste Filmmusik. Julianne Moore wurde für ihre bewegende Darstellung einer Alzheimer-Kranken in "Still Alice" als beste Hauptdarstellerin geehrt, Robert Duvall erhielt die Nebendarsteller-Auszeichnung für "Der Richter". Der Ensemble-Preis ging an das Drama "Foxcatcher" (ebenfalls ein OSCAR-Mitfavorit), Michael Keaton (mit "Birdman" OSCAR-Topfavorit) erhielt einen Karriere-Award, "Drachenzähmen leicht gemacht 2" wurde bester Animationsfilm. Viele dieser Namen werden wir in den kommenden Monaten noch oft im Zusammenhang mit Preisverleihungen hören und lesen, insofern haben die Hollywood Film Awards zumindest inhaltlich sicher nicht alles falsch gemacht ...

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