Empfohlener Beitrag

In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 26. Januar 2016

In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präsentiere, das Ende 2015 erschienen ist:
Da es inzwischen auch bei den großen Online-Versandhäusern lieferbar ist, möchte ich mein Werk an dieser Stelle etwas genauer vorstellen (wofür hat man schließlich ein eigenes Blog?). Der Buchtitel "Zwischen Propaganda und Anti-Kriegsbotschaft: Die Darstellung des Krieges im US-amerikanischen Spielfilm als Indikator gesellschaftlichen Wandels" sollte selbsterklärend sein (lang genug ist er jedenfalls), dennoch zitiere ich zur leichten Vertiefung einfach mal den Text, den ich für die Buchrückseite geschrieben habe:

Neben dem Western war kaum ein Genre so prägend für die amerikanische Filmbranche wie der Kriegsfilm. Bedingt durch die sehr aktive außenpolitische Rolle der USA ab dem 20. Jahrhundert befand sich das Land nahezu durchgehend in bewaffneten und auch ideologischen Konflikten wie dem Kalten Krieg mit der Sowjetunion. Da Hollywood seit jeher gesellschaftliche Entwicklungen in seinen Filmproduktionen berücksichtigt, sind naturgemäß auch die Kriege unter amerikanischer Beteiligung ein wichtiges Sujet. Das konnte und kann sich in direkten Propagandafilmen ausdrücken, in denen die Bürger wie während des Zweiten Weltkrieges unverhohlen und oft manipulativ zur Unterstützung aufgerufen werden, aber auch in weitgehend wertneutralen, eher beschreibenden Werken wie Samuel Fullers "The Big Red One", in vorrangig unterhaltenden Actionfilmen wie Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" sowie in engagierten Anti-Kriegsfilmen wie Lewis Milestones "Im Westen nichts Neues" oder Oliver Stones "Platoon".

Unter anderem anhand ausführlicher Szenen-Analysen zeigt diese Studie auf, wie gut sich durch amerikanische Kriegsfilme viele gesellschaftliche Entwicklungen nachvollziehen lassen, die sich in den erzählten Geschichten spiegeln. Das betrifft nicht nur naheliegende Aspekte wie die Haltung der Bevölkerung zum Krieg, sondern auch die zunehmende Gleichberechtigung von Afroamerikanern, die Emanzipation der Frau oder die allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in den USA. Nicht selten gelang es ambitionierten Filmemachern gar, eine gesellschaftliche Reflexion der kriegerischen Auseinandersetzungen unter amerikanischer Beteiligung überhaupt erst anzustoßen. So geschah es nach dem verlorenen Vietnamkonflikt durch Francis Ford Coppolas "Apocalypse Now" und Michael Ciminos "Die durch die Hölle" gehen ebenso wie noch während des von Präsident G.W. Bush nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 ausgerufenen „Krieges gegen den Terrorismus" durch Andrew Niccols "Lord of War" oder Kathryn Bigelows "Zero Dark Thirty".

Das vorliegende Buch bietet sowohl Lesern aus dem wissenschaftlichen Bereich als auch allen an der Thematik interessierten Filmfreunden einen faszinierenden und umfassenden Überblick über amerikanische Kriegsfilme und ihre gesellschaftliche Wechselwirkung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den ab 1960 produzierten Werken.

Das Buch ist Teil der von den beiden Medienwissenschafts-Professoren Irmbert Schenk und Hans Jürgen Wulff herausgegebenen Reihe "Film- und Medienwissenschaft" im ibidem Verlag, umfaßt 202 Seiten und kostet 24,90 Euro. Ich möchte betonen, daß ich, obwohl es sich um ein wissenschaftliches Werk handelt, Wert darauf gelegt habe, einen möglichst flüssig zu lesenden Text zu schreiben, der ebenso unterhält wie informiert. Und ich bin selbstbewußt genug zu behaupten, daß mir das gut gelungen ist. Bei meinem ersten Buch "Von 'Citizen Kane' bis 'The Social Network': Die Darstellung der Wirtschaft im US-amerikanischen Spielfilm" bin ich natürlich ebenso vorgegangen, damals war ich allerdings in meinen Freiheiten eingeschränkt, da es sich um die Veröffentlichung meiner Dissertation handelte und ich aus diesem Grund an einige strenge inhaltliche und formale Vorgaben gebunden war.

Dennoch ist es immer noch eine wissenschaftliche Arbeit, weshalb es diverse Fußnoten mit Quellenangaben gibt und sämtliche Filmtitel und -zitate (anders als im Klappentext) im Original genannt werden. Für die deutschen Filmtitel habe ich allerdings einen Index erstellt, außerdem werden sie in der Regel bei der Analyse einzelner Szenen in einer Fußnote genannt. Und der Vollständigkeit halber: Anders als bei meinen Texten auf "Der Kinogänger" verwende ich im Buch die neue Rechtschreibung.

Vielleicht konnte ich mein hart erarbeitetes Buch ja dem ein oder anderen Leser schmackhaft machen ...


1 Kommentar: