Empfohlener Beitrag

In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Donnerstag, 9. März 2017

Neues aus Hollywood: Spielberg dreht einen Journalismus-Thriller, Emma Stone einen Historienfilm

Nach längerer Zeit mal wieder zwei Meldungen zu spannenden kommenden Projekten:

  • Na, wenn das kein Treffen der Giganten ist: Die vielfachen OSCAR-Gewinner Steven Spielberg, Meryl Streep und Tom Hanks tun sich zusammen für einen Film namens "The Post". Durchaus möglich, daß wir Donald Trump höchstpersönlich für diese Zusammenarbeit danken dürfen, denn in einer Zeit, in der der US-Präsident große Teile der Medien zu "Volksfeinden" erklärt, reagiert Hollywood selbstverständlich mit Filmen, die die Wichtigkeit des unabhängigen und investigativen Journalismus wie auch von Whistleblowern zeigen. Und was wäre dafür wohl besser geeignet in der US-Historie als die Aufdeckung des Watergate-Skandals durch zwei Reporter der Washington Post, die letztlich zum Rücktritt des US-Präsidenten Richard Nixon führte? Wie? Darüber gibt es schon einen Film? Einen echten New Hollywood-Klassiker sogar namens "Die Unbestechlichen"? Tja, Pech. Aber war da nicht noch was mit der Washington Post? Richtig: die "Pentagon Papers"! Dabei handelte es sich um Dokumente, die von dem Militäranalysten Daniel Ellsberg (der als eine Art Vorläufer von Edward Snowden gilt) geleakt und von der New York Times und der Washington Post veröffentlicht wurden, was einen mehrjährigen Gerichtsmarathon nach sich zog. Die Dokumente zeigen auf, wie vor allem die Präsidenten Johnson und Nixon die amerikanische Öffentlichkeit und sogar den Kongreß hinsichtlich des Vietnam-Krieges wiederholt belogen und in die Irre führten (vergleichbar mit den Lügen der Bush-Regierung über Massenvernichtungswaffen im Irak, jedoch in noch größerem Maßstab). Spielberg wird diese Geschichte nun verfilmen, wobei die Rolle der Washington Post im Mittelpunkt des Skripts aus der Feder der erst 31-jährigen Newcomerin Liz Hannah steht. Tom Hanks wird den Chefredakteur der Post spielen, Ben Bradlee, der auch schon bei der Aufdeckung des Watergate-Skandals eine Schlüsselrolle spielte und in "Die Unbestechlichen" von Jason Robards verkörpert wurde (der dafür sogar den OSCAR gewann); Meryl Streep übernimmt die Rolle der Washington Post-Verlegerin Katharine Graham. Aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen wird Spielberg "The Post" vermutlich zu seinem nächsten Projekt machen, angesichts des frühen Stadiums dürften die Dreharbeiten trotzdem erst in ein paar Monaten beginnen. Mit dem Kinostart wäre dann sicher 2018 zu rechnen, vermutlich entweder rechtzeitig zum Festival in Cannes im Mai oder erst zur Awards Season Ende des Jahres.

  • Auch nach ihrem ersten OSCAR-Gewinn für "La La Land" wird Emma Stone in den weltweiten Kinos sehr präsent bleiben. Bereits abgedreht hat sie die Sportkomödie "Battle of the Sexes", in der sie als US-Tennisstar Billie Jean King agiert, außerdem soll sie demnächst für Disney in "Cruella" die "101 Dalmatiner"-Bösewichtin Cruella de Vil geben. Neu in ihrem Programm ist eine Zusammenarbeit mit einem Mann, der bei der jüngsten OSCAR-Verleihung ebenfalls dabei war, als Nominierter für sein Originaldrehbuch "The Lobster": Yorgos Lanthimos. Der griechische Filmemacher, der seinem Land bereits im Jahr 2011 mit "Dogtooth" eine OSCAR-Nominierung in der Auslandskategorie einbrachte, vertraut dieses Mal auf ein fremdes Drehbuch. Deborah Davis gibt mit "The Favourite" ihr Debüt, einem britischen Historiendrama, das sich mit der Regierungszeit von Königin Anne zwischen 1702 und 1714 befaßt, der letzten Monarchin aus dem Hause Stuart. Die britische Charakterdarstellerin Olivia Colman (TV-Serien "Broadchurch", "The Night Manager") wird die Rolle der Königin übernehmen, während Emma Stone die ehrgeizige Dienerin Abigail spielt. Joe Alwyn ("Die irre Heldentour des Billy Lynn") agiert als Abigails Freund, zudem sind Rachel Weisz ("Ewige Jugend") als Herzogin und Nicholas Hoult ("Mad Max: Fury Road") als einflußreicher Politiker Harley Teil der hochkarätigen Besetzung. Die Dreharbeiten sollten ursprünglich bereits im Februar beginnen, haben sich dann aber verzögert; angesichts des wachsendens Casts sollte es jedoch bald losgehen. Mit einem Kinostart noch 2017 dürfte es eng werden, insofern rechne ich eher mit Frühjahr 2018 (auch "The Lobster" feierte in Cannes Premiere).

Quellen:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen